Volkszählung: So funktioniert's

Niemand muss Schlange stehen, um sich irgendwo registrieren zu lassen.

MEINERZHAGEN ▪ 95 Müllers, 54 Schmidts – wie viele Leute wohnen eigentlich in Meinerzhagen?

Im Märkischen Kreis? In ganz Deutschland? Bald wissen wir’s genau. Denn im kommenden Jahr gibt’s eine Volkszählung – die letzte liegt dann immerhin schon 24 Jahre zurück.

Aber wie funktioniert das eigentlich? Müssen sich bald alle Bürger aufmachen und sich irgendwo registrieren lassen? Oder bekommen sie gar nichts davon mit und die Daten rattern bloß durch die Rechner von Kreis, Land und Bund?

olfgang Nagl vom Haupt- und Wahlamt erklärt das Procedere. „Wir von der Stadt sind am Zensus kaum beteiligt. Das Land greift auf die Daten zu und wertet sie aus.“ Interessant sind dabei aber nicht nur die Statistiken der Einwohnermeldeämter, sondern auch die der Finanzämter und der Agenturen für Arbeit.

Auswahl ist Zufall

Die Leute werden also gar nicht real gezählt? „Doch schon, allerdings nur ein geringer Teil“, sagt Nagl. Insgesamt seien es knapp zehn Prozent der Bevölkerung, die tatsächlich gezählt würden.

Die ersten Meinerzhagener waren bereits im März, April und Juni an der Reihe. Laut Angaben von IT.NRW müssten es bislang rund 20 Haushalte sein – in diesem Monat sollen noch einmal so viele befragt werden. Insgesamt sind zehn Bezirke mit jeweils durchschnittlich sieben Haushalten in Meinerzhagen betroffen.

Und wie wird das ausgesucht? Per mathematischem Zufallsverfahren. Die ausgelosten Bürger werden vorab schriftlich informiert. Die Interviewer kündigen sich rechtzeitig an und können sich durch einen Ausweis legitimieren. Trittbrettfahrer sollten so keine Chance haben.

Und was soll das alles? Der Zensus verfolgt zwei Ziele. Zum einen natürlich die Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl Deutschlands. Das ist wichtig, denn neben der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes hängen davon auch die Einteilung der Bundestagswahlkreise, die Stimmverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze im Europaparlament ab. Das zweite Ziel ist, Informationen zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben zu gewinnen.

Aber noch einmal zurück zu Meinerzhagen: Hier heißt’s aufatmen. Keiner muss irgendwo „hinpilgern“ und Schlange stehen. Das ist doch beruhigend. Und wer keinen Interviewer hereinlassen möchte, der kann seine Daten auch online abgeben.

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