Jugendfeuerwehr probt 24 Stunden lang den Ernstfall

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Mit Volksbank-Abteilungsdirektor Marc Kostewitz freuten sich die Jungen und Mädchen über das gespendete neue Zelt mit 60 Quadratmetern Bodenfläche.

Meinerzhagen/Hunswinkel - Seit einigen Jahren führt die Jugendfeuerwehr einmal im Jahr eine besondere Übung durch. Gemeinsam mit ihren Führungskräften bezieht sie ein Gerätehaus für 24 Stunden und simuliert den „Schichtablauf“ eines Berufsfeuerwehrmannes.

Von Jochen Helmecke und Bärbel Schlicht

So waren dann auch am vergangenen Freitag wieder die 27 Jugendfeuerwehrmänner und ihre drei Kameradinnen ins Gerätehaus Haustadt „eingezogen“. Mit guter Ausrüstung, unter anderem mit den neuen Feldbetten (die MZ berichtete) und im Detail von der Jugendfeuerwehrleitung und den weiteren Helfern geplant, lief die Übung am Nachmittag an. In einer anstrengenden Nacht, in der es Einsätze der verschiedensten Art wie zum Beispiel „Gas im Freien“ und die Beseitigung einer Ölspur zu bewältigen gab, läutete gleich am Morgen schon wieder der Alarmgong zu einem Zugalarm.

Einsatzstelle war der Steinbruch der Basalt AG. Dort mussten mehrere Radlader mit „Schaumangriff“ abgelöscht werden. Eine nicht einfache Aufgabe, da sich die Wasserentnahme schwierig gestaltete. Der Grund dafür: Es war für die Wasserversorgung nur ein offenes Gewässer vorhanden. Nach getaner Arbeit ging es dann wieder zurück ins Gerätehaus. Kurz nach dem Einrücken dort ertönte jedoch schon wieder der Alarmgong.

Erneut war der Steinbruch die Einsatzstelle. Dort war ein Mitarbeiter auf einem großen Muldenkipper in einer misslichen Lage und musste mit einem Leiterhebel gerettet werden. Danach herrschte zunächst „Ruhe“ im Gerätehaus Haustadt. Mit dieser war es allerdings dann am Nachmittag vorbei. Die komplette Wachbereitschaft musste um 16.15 Uhr zum Campingplatz Listersee ausrücken. Eine dichte Rauchentwicklung aus einem Wohnwagen war der Alarmierungsgrund. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle meldete der Platzwart, dass sich noch Personen im Wohnwagen befänden.

Mit einer erfolgreichen Menschenrettung sowie den erforderlichen taktischen Umsetzungen der Wasserversorgung und der Brandbekämpfung schlossen die Jugendfeuerwehrleute den Einsatz ab – und das nicht nur zur vollen Zufriedenheit der Einsatzleitung, sondern auch der von Stadtbrandinspektor Thomas Decker und Bürgermeister Jan Nesselrath. Beide hatten sich, ebenso wie weitere Führungskräfte der Meinerzhagener Wehr, vor Ort von der Leistungsbereitschaft und Fähigkeit des Nachwuchses überzeugen können.

Schon vor der Übung hatte es einen Grund zur Freude gegeben: Jugendfeuerwehrleiter Birger Schmidt und sein Stellvertreter Jens Sauer sind stolz, dass sie jetzt ein 60 Quadratmeter großes Zelt ihr Eigen nennen können. Möglich gemacht hat es die Volksbank im Märkischen Kreis. Sie stellte es den jungen Feuerwehrleuten zur Verfügung. Offiziell übergab es Volksbankmitarbeiter Marc Kostewitz auf dem Gelände des Gerätehauses in Haustadt. Zwar kam es bereits beim Meinerzhagener Frühling kurz zum Einsatz, bei der Übung erlebte es allerdings seine „Feuertaufe“. Schmidt und Sauer freuen sich nun, dass sie über das größte Zelt für die Jugendfeuerwehr in der Region verfügen.

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