„Ein Markt für künstlerisches Schaffen“

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Die Konferenzteilnehmer kamen aus Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Ohne Wünsche ist die Zukunft nur eine Verlängerung der Gegenwart“, sagte Kulturberater Reinhart Richter, der mit Matthias Scholand, Vorsitzender des Ausschusses Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege der Stadt, am Samstag die Teilnehmer der Visionskonferenz in der Stadthalle begrüßte.

Seit Herbst 2012 nimmt die Region „Obere Volme“ im Rahmen der Kulturagenda des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe an einem Kulturplanungsprojekt teil, mit dem Ziel strategische Planungen im Kulturbereich anzuregen, kulturpolitische Diskussionen zu fördern und konkrete Schritte zur Umsetzung von Gemeinschaftsinteressen und Zielen aus der Kulturentwicklungsplanung vorzubereiten und diese letztlich zu verwirklichen.

Nach einer Analyse der Ausgangslage in der heimischen Region, die bereits im Dezember und Januar erfolgte, galt es am Samstag, Wünsche und Ideen von Kulturschaffenden und Menschen, die in irgendeiner Weise mit Kultur befasst sind, aus Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle abzufragen und zu bündeln, um daraus eine gemeinsame Vision für die kulturelle Entwicklung der Region zu entwickeln. Aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, ihre Vorstellungen dabei einzubringen.

Zur Einstimmung der Teilnehmer auf die bevorstehende Aufgabe ließen Christiane Rößler-Kräuter aus Halver, Annette Gonserowski aus Kierspe, Saskia Blumenau und Monika Rüth aus Schalksmühle die Konferenzteilnehmer an ihren persönlichen Visionen teilhaben. Jessika Kurzawski und Darian Horn aus Meinerzhagen erläuterten die Wünsche und Vorstellungen von Jugendlichen.

Von Einschränkungen und Entwicklungen der Gegenwart sollten sich die Teilnehmer bei der Entwicklung eines visionären Bildes des kulturellen Wirklichkeit im Jahre 2025 nicht beeinflussen lassen, schlug Kulturberater Reinhart Richter vor, denn: „Wenn viele Menschen eine gemeinsame Vision haben und an ihrer Verwirklichung arbeiten, ist es umso wahrscheinlicher, dass sie auch realisiert werden kann“.

Die in den Arbeitsgruppen entwickelten Vorstellungen wurden dann im Plenum zur Diskussion gestellt und anschließend in den folgenden acht Punkten der „Kulturvision Oben an der Volme 2025“ zusammengefasst:

„Kultur Oben an der Volme ist kein Luxus. Sie ist eine wichtige gemeinsame Aufgabe. Sie wird als gesellschaftlich unverzichtbar betrachtet und wirkt in die Gesellschaft zurück.

1. In unserer Region ist eine kulturelle Identität entstanden, die verbindend nach innen wirkt und von außen als starke Marke wahrgenommen wird.

2. Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle entwickeln das Kulturleben gemeinsam unter Beibehaltung ihrer eigenen Individualität. Es sind viele interessante Netzwerke und Kooperationen entstanden. Durch eine Koordinierungsstelle ist eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsplattform geschaffen worden, die Projekte plant, unterstützt und an der Umsetzung mitwirkt.

3. Das Kulturleben ist nachhaltig finanziell gesichert. Kommunen, örtliche Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger sowie andere Geldgeber tragen dazu gemeinsam bei.

4. Alle Menschen, unabhängig ihrer sozialen und kulturellen Herkunft sowie ihren ökonomischen Möglichkeiten, können aktiv am Kulturleben mitwirken.

5. Junge Menschen in der Region können ihr künstlerisches Schaffen entwickeln und präsentieren. Dafür sind geeignete Plattformen und Spielräume geschaffen worden. Sie werden dabei durch Infrastrukturen und professionelle Beratung unterstützt. Sie übernehmen Mitverantwortung für das gemeinsame Kulturleben. Die kulturelle Bildung hat in Kindertagesstätten und Schulen einen hohen Stellenwert gewonnen; die Kulturarbeit hat dieselbe Bedeutung wie andere Unterrichtsfächer.

6. Das Kulturleben ist vielfältig und interdisziplinär. Es sind Veranstaltungsformen entstanden, in denen Sport und vielfältige Künste zusammenwirken. Regelmäßig finden Events an attraktiven Orten statt, die überregional und international Aufsehen erregen und auch von vielen Menschen außerhalb der Region besucht werden.

7. Die Zugänglichkeit zu allen Kulturaktivitäten ist durch die Entwicklung von intelligenten Mobilitätssystemen, die für alle bezahlbar sind, erreicht worden.

8. Künstler können von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben. Sie werden dabei durch geeignete Infrastrukturen, Ausstellungs- und Präsentationsmöglichkeiten unterstützt. Dazu hat auch die nachhaltige Mitwirkung der Künstler in Schulen beigetragen. Es ist ein Markt für künstlerisches Schaffen entstanden.“ ▪ luka

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