Villa im Park: Alter Charme und neuer Glanz

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Von Hinterhofatmosphäre keine Spur mehr – im hinteren Bereich des Geländes ist eine kleine Terrasse entstanden, auf der Wiese soll eine Naturtribüne angelegt werden.

Meinerzhagen - Das „Juwel“ beginnt zu glänzen, nur noch der letzte Schliff ist nötig. Im Sommer soll die Sanierung der Villa im Park vollendet sein – ein Jahr später als vorgesehen. Und damit das Meinerzhagens Schmuckstück wirklich strahlen kann, wird auch hinter den Kulissen gewerkelt.

Möglichst noch vor den Sommerferien, das ist der Wunsch des künftigen Hausherrn, der „Stiftung Villa im Park“, soll das künftige Begegnungszentrum der Bevölkerung mit einer Eröffnungsfeier vorgestellt und seiner Bestimmung übergeben werden. Auch wenn der überwiegende Teil der Renovierungsarbeiten inzwischen abgeschlossen ist – noch gehen die Handwerker im alten Gebäude im Stadtpark ein und aus und sind mit der Instandsetzung beschäftigt. Insgesamt 1,65 Millionen Euro wurden hier investiert, 60 Prozent dieser Kosten fließen bekanntlich aus dem Topf der NRW-Städtebauförderungsmaßnahme Regionale 2013. 

Nach der Fertigstellung wird die „Stiftung Villa im Park“ dafür Sorge tragen, das historische Gemäuer mit Leben zu füllen. „Ein Haus von Bürgern für Bürger im Herzen der Stadt soll es werden“, beschreibt Matthias Scholand, der Vorsitzender des Vorstandsgremiums ist.

Rückblick: Der Wunsch, die Villa im Volkspark zu erhalten, nahm bereits vor gut zehn Jahren konkretere Formen an. 2014 kaufte die Stadt das Gebäude. „Als wir zum ersten Mal das Modell ‘Stiftung’ in Verbindung mit der Villa ins Gespräch gebracht haben, hat man uns in der Kreisverwaltung für verrückt erklärt – wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt in der Haushaltssicherung“, erinnert sich der heutige Vorsitzende des Stiftungsrates. In Meinerzhagen hielt man an dem Vorhaben fest, überzeugte Kommunalaufsicht, Bezirksregierung, Oberfinanzdirektion und Landesregierung. Als Leitprojekt der Regionale 2013 soll die Begegnungsstätte Bestandteil der „Häuser der Kultur“ in der Region „Oben an der Volme“ sein. 

Matthias Scholand begleitete die Planungen zur Umgestaltung auch als Vorsitzender des Kulturausschusses von Anfang an: „Für mich ist das hier eigentlich das schönste Regionale-Projekt“, sagt er mit Blick auf die besondere Atmosphäre, die das Ensemble Villa und Park bietet. Die Villa sei eine „harmonische Symbiose aus Alt und Neu“, schwärmt Scholand.

Vor dem Hintergrund der vielen Nutzungsmöglichkeiten, die sich in den Räumlichkeiten eröffnen, wurde auf einen Punkt besonderen Wert gelegt: Das Haus soll nicht als städtische Einrichtung geführt werden, sondern als Begegnungsstätte mit Impulsgebern aus dem kulturellen Bereich. Das 15-köpfige Kuratorium der Stiftung sei daher gezielt mit Menschen besetzt worden, die am Kunst- und Kulturleben interessiert seien. „Es machen Bürger mit, die aus der Szene kommen, die Spaß an Kultur und fachliche Kompetenz haben“, so Scholand. Parteizugehörigkeit habe dagegen keine Rolle gespielt. Das sei etwas Besonderes und wiederum Konsens aller Parteien. 

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stiftung sei sehr gut. Insbesondere der Vorstand, bestehend aus Matthias Scholand, Roman Kappius, Oliver Drenkard, Michael Berkenkopf und Katharina Suerbier, ist mit allen notwendigen Planungen für die Übernahme des denkmalgeschützten Gebäudes beschäftigt. Angefangen von der Auswahl der Bestuhlung („Zweckmäßig, aber mit Pfiff, nicht langweilig, aber auch nicht zu auffällig.“) bis hin zur Entwicklung des Logos und einer Homepage sind die Aufgaben vielfältig. Regelmäßige Durchführungen von 50 großen, 25 mittelgroßen und mindestens ebenso vielen kleinen Veranstaltungen sehen die Planungen für eine wirtschaftliche Tragfähigkeit vor. Lesungen, Ausstellungen, Matinees, Konzerte, Firmenjubiläen und Seminare – Ideen und Möglichkeiten für Vereine, Firmen und Privatleute gebe es viele, sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass das Potenzial ausgeschöpft werden kann. 

Die Villa könne Kulisse für Hochzeiten sein, nennt Katharina Suerbier eine weitere Nutzungsmöglichkeit. Denn standesamtliche Trauungen sollen künftig auch im herrschaftlichen Haus im Park stattfinden – „die Räume und das Außengelände bieten sich dann auch für eine Feier an.“ Der Außenbereich an der Rückseite des Gebäudes hat in den vergangenen Wochen Formen angenommen. Hier habe bisher eher Hinterhofatmosphäre geherrscht, erinnert Michael Berkenkopf. Diese sei gewichen, stattdessen sei eine Terrasse, die einen barrierefreien Zugang ermögliche, entstanden. Zusätzlich soll eine Naturtribüne mit Sitzgelegenheiten bei Außenveranstaltungen angelegt werden. Hier gebe es eine Reihe von Ideen, darunter sei beispielsweise ein Weinfest. 

In der Villa seien bereits eine Fotoausstellung, die den Umbau dokumentiere, und eine Ausstellung des Künstlers Uli Kett geplant. Anfragen zur Nutzung des historischen Gebäudes gebe es bereits. Interessenten sollen hier künftig auch die eigene Homepage nutzen können, bei deren Entwicklung die Werbeagentur P.AD. Unterstützung leistet. „Die Villa ist ein Projekt, das Spaß macht“, steht für Matthias Scholand fest, der sicher ist, dass das alte Gebäude im Stadtpark bald zu neuem Glanz erweckt werden kann.

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