Prozess vor dem Amtsgericht

Zum vierten Mal ohne "Lappen": Auch flirten hilft nicht

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Meinerzhagen - War´s die Masche "Versuch macht klug" oder doch Naivität? Dem Gericht in Lüdenscheid war´s egal: Wer zu häufig ohne "Lappen" Auto fährt, ist selber schuld.

Eine Polizistin, die im Amtsgericht Lüdenscheid als Zeugin im Prozess gegen einen 28-Jährigen aussagen musste, wusste nicht so recht, wie sie das Verhalten des Mannes ihr gegenüber beschreiben sollte. 

„Ich will nicht sagen, dass er geflirtet hat, aber er hat schon versucht, mit Charme die Herausgabe seines Führerscheins zu verhindern. Wir hatten das Gefühl, dass er uns gar nicht ernst nimmt. Er war sehr uneinsichtig“, schilderte sie schließlich die Begegnung mit dem Angeklagten am 8. Februar auf der Werdohler Straße in Lüdenscheid. 

Bereits drei Mal verurteilt 

Der Meinerzhagener hatte durchaus einen Grund für sein Verhalten. Denn: Drei Mal war er im Amtsgericht Meinerzhagen bereits wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden. Dabei hatte es auch Sperren zur Wiedererlangung der Erlaubnis gegeben. Aktuell, und auch zum Tatzeitpunkt, gilt eine solche bis ins Jahr 2021. Damit handelte es sich bei der Fahrt am 8. Februar um eine verbotene Tour. 

Der Angeklagte, der vor etwa vier Jahren aus Syrien nach Meinerzhagen gekommen war, versuchte, Verständnis vom Gericht zu bekommen. Schließlich sei er kein Deutscher und noch neu im Land. Weder den Vorsitzenden noch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft konnte er damit beeinflussen. 

Drei Monate Haft auf Bewährung

Letztere wurde deutlich: „Wenn man in Deutschland keine Fahrerlaubnis hat, darf man auch nicht Auto fahren. Das hat nichts mit Ihrer Nationalität zu tun. Jeder muss in Deutschland eine Fahrerlaubnis haben.“ 

Da er schon drei Mal erwischt und auch verurteilt worden sei, habe er das auch gewusst, zeigte sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft überzeugt. Bisher hatte der Angeklagte immer Geldstrafen kassiert. Doch damit war nun Schluss. Drei Monate Haft auf Bewährung lautete am Ende das Urteil.

 „Das Problem ist, dass Sie bislang nichts aus den Urteilen gelernt haben“, so der Richter. Von einer weiteren Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis sah der Vorsitzende ab. Die momentane Sperre gelte schließlich noch bis zum Jahr 2021. Es sei sinnvoll, wenn der Meinerzhagener irgendwann eine Fahrerlaubnis bekomme.

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