Viele Tierarten drohen aus der Natur zu verschwinden

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Umweltminister Remmel rechnet damit, dass der Wolf langfristig auch in Nordrhein-Westfalen wieder heimisch wird.

Meinerzhagen - Sie heißen „Zweigestreifte Quelljungfer“ und „Mädesüß-Perlmuttfalter“, „Mausohr“ und „Wiesenpieper“ – und ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie sind in ihrem Bestand gefährdet. Auch zwischen Fürwigge-, Brucher- und Listertalsperre leben zahlreiche Tierarten, die ums Überleben kämpfen.

Klaus Kraatz vom Fachdienst 43 „Naturschutz und Landschaftspflege“ beim Märkischen Kreis weiß, dass auch im Bereich Meinerzhagen die Artenvielfalt bedroht ist. Darin stimmt er überein mit Umweltminister Johannes Remmel. Anlässlich des Tages des Artenschutzes am vergangenen Donnerstag appellierte der deshalb eindringlich: „Natur ist Heimat und es ist unsere Aufgabe, diesen Schatz zu erhalten, denn Naturschutz wirkt sich ökologisch und ökonomisch aus.“

Auch in Nordrhein-Westfalen setze sich das Artensterben weiter fort. „Derzeit gelten 34 Wirbeltierarten als ausgestorben oder verschollen. Dazu gehören vor allem viele Vogelarten wie der Fischadler oder das Auerhuhn. Von 51 heimischen Fischarten sind nach Untersuchungen des Landesumweltamtes 16 akut bedroht oder bereits ausgestorben, dazu gehören zum Beispiel der Stör und Stint“, teilte Remmel mit.

Für Meinerzhagen und den Märkischen Kreis kann Klaus Kraatz diese „Liste“ noch ergänzen: „Beispielsweise um die Ringelnatter oder den Kammmolch. Letzterer wurde sogar in die Klasse „RL1“ eingeordnet – das bedeutet „vom Aussterben bedroht“. Die Natter hingegen gilt „nur“ als „gefährdet“, gleiches gilt für die Mehlschwalbe und die Feldlerche. Das Graue Mausohr, eine Fledermausart die im heimischen Kreis überwintert, hat diesen „Status“ schon hinter sich. Sie ist aktuell „stark gefährdet“.

Remmel warnt angesichts solcher „Tatbestände“: „Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen. Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist. Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Dabei sind die Ursachen des Artensterbens häufig menschengemacht. Vor allem eine zu intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, die Zerschneidung von Lebensräumen, die Begradigung von Gewässern oder die Belastung durch Schadstoffe hinterlassen deutliche Spuren. Mit dem neuen Landes-Naturschutzgesetz wollen wir eine Trendwende erreichen“, erläuterte der Minister.

Neben den sichtbaren Veränderungen in den Regionen mit einer sehr starken, intensiven Landwirtschaft, seien vor allem die nordrhein-westfälischen Gewässer vom Artenschwund betroffen: „NRW ist ein Wasserland. Aber es zeigt sich, dass die menschlichen Eingriffe der Vergangenheit in Form von Begradigungen und die Belastung der Flüsse mit Abwässern oder anderen Substanzen diesen wertvollen Lebensraum massiv belastet haben.“ Doch es wird gegengesteuert – in Meinerzhagen beispielsweise mit der Offenlegung der Volme oder dem Programm „Ein Kreis packt aus“.

Dass ein aktiver Naturschutz wirke, zeige die erfolgreiche Wiederansiedlung von Tieren wie dem Lachs, dem Maifisch, dem Biber oder dem Wanderfalken, informiert Remmel und fügt hinzu: „Es kehren aber auch viele Tiere ohne Hilfe des Menschen zurück, wie zum Beispiel der Fischotter. Und wir können auch beim Wolf langfristig mit einer natürlichen Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen rechnen.“

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