Fahren im Alter – oft geht es nicht anders

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Fahrlehrer Maik Berges findet es richtig, dass Senioren beim Autofahren keine generellen Altersgrenzen gesetzt werden. Er plädiert dafür, dass sich ältere Menschen selbst zur Teilnahme an Auffrischungskursen entschließen.

Meinerzhagen - Meinerzhagen ist eine Flächengemeinde. Wer zum Beispiel im Listertal wohnt, ist oft auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen.

Doch wie funktionieren der Arztbesuch, die Einkaufstour oder die Rezepteinlösung in der Apotheke, wenn die Mobilität eingeschränkt ist, beispielsweise im Alter und ohne eigenes Fahrzeug?

Häufig sind es Menschen, die aus solchen Zwängen auch im hohen Alter noch Auto fahren. Doch ist das verantwortlich? „Im Märkischen Kreis wurden im Jahr 2016 insgesamt 176 Führerscheine freiwillig abgegeben“, berichtet Hendrik Klein, Pressesprecher im MK. „Ein Jahr davor waren es sogar 183 Führerscheine, die aus eigenem Antrieb abgegeben worden sind“, fügt er hinzu. „Viele Menschen sagen von sich aus, dass es für sie jetzt mit dem Autofahren reicht und oft nehmen auch Familienmitglieder mit uns Kontakt auf. Seltener melden Ärzte einen Patienten. Das passiert dann nach Gesprächen mit dem Betroffenen selbst und in Fällen, in denen der Autofahrer krankheitsbedingt ein Risiko für die Sicherheit im Straßenverkehr darstellt“, gibt Klein die Erfahrungen wieder, die beim Kreis gesammelt wurden.

Dass der Führerschein ab einem gewissen Alter generell eingezogen wird, ist für Maik Berges nicht vorstellbar. Der Mitinhaber der gleichnamigen heimischen Fahrschule findet es richtig, dass hierzulande keine Grenzen gesetzt werden. Auch er sieht die Problematik, dass ältere Mitbürger gerade im ländlichen Raum wenig Möglichkeiten haben, mobil zu bleiben ohne eigenes Auto: „Man würde diesen Personen die letzte persönliche Freiheit nehmen.“ Berges plädiert jedoch dafür, dass sich Senioren aus eigenen Stücken Kontrolluntersuchungen unterziehen und an Auffrischungskursen teilnehmen – beispielsweise in einer Fahrschule. „Dort können wir das Fahrverhalten protokollieren. Das ist vor allen Dingen vor dem Hintergrund wichtig, dass es immer mehr ältere Menschen gibt.“

Bei der Kreispolizeibehörde wurde darauf bereits reagiert, wie Eike Scholz von der Abteilung Verkehrsunfallprävention berichtet. Man biete beispielsweise das Fahrsicherheitstraining „Lotti und Kurt“ an. Dabei werde im Filmpalast in Iserlohn an jedem ersten Mittwoch im Monat vor dem Film ein Seniorenkino gezeigt. Darin befasse man sich mit Themen wie neue Fahrzeugtechnik oder Fahren mit medizinischen Handicaps. Für alle Bürger des Märkischen Kreises werde darüber hinaus auch ein Verkehrssicherheitstraining angeboten, an dem gern auch ältere Meinerzhagener teilnehmen könnten. „Das findet statt auf dem Verkehrsübungsplatz in Hemer. Und dabei geht es ausdrücklich nicht darum, jemandem den Führerschein wegzunehmen, wenn Mängel aufgezeigt werden“, informiert Scholz. Wer dieses Angebot nutzen möchte, kann sich unter der Rufnummer 0 23 71/91 99 70 70 mit der Kreispolizeibehörde in Verbindung setzen.

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