Schlange bei der Grünschnitt-Abgabe

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Wilfried Markus und Felix Grigutsch sorgen für einen geregelten Ablauf bei der Grünschnitt-Abgabe.

Meinerzhagen - Sechs Autos parken auf dem Gelände des Baubetriebshofes, einige mit Anhänger, von denen Äste und Grünschnitt in die großen Container „umgepackt“ werden. Diejenigen, die lediglich ihre Gartensäcke leeren, sind schneller fertig. Ein flüchtiger Wink, ein kurzer Gruß, „Bis nächstes Mal“, Kofferraum zu, Abfahrt.

Viel los ist am Freitagnachmittag nicht bei der Grünschnittabgabe. Felix Grigutsch aber ist sich sicher: „Gleich kommt wieder ein Schwung.“ Dass während der Öffnungstage keiner auf den Hof fahre, das gebe es nicht. Zu Stoßzeiten stünden Autos sogar schon mal Schlange. 

Was im Garten zuhause gemäht, gesägt oder abgeschnitten wurde, kann in der Zeit von März bis November am Baubetriebshof angeliefert werden. Auch Elektroschrott kann in diesem Zeitraum entsorgt werden. Viele Meinerzhagener nutzen das Angebot für private Gartenbesitzer. Nicht in allen Städten ist dies möglich – ein Grund, warum nicht nur Einheimische den Bauhof ansteuern. Erlaubt ist das nicht. Felix Grigutsch und seine beiden Kollegen Wilfried Markus und Karl-Heinz Krogull schauen daher genau hin. Wer in einem Wagen mit „fremden“ Kennzeichen unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einen Personalausweis dabei haben und sich ausweisen können. Nur wer in Meinerzhagen einen Wohnsitz hat, darf seinen Gartenabfall in den Containern abladen. 

Allerdings: Nicht immer landet hier nur das, was wirklich hinein darf. Grigutsch und seine Kollegen haben mehrfach die Erfahrung gemacht, dass versucht wird, Müll in den Containern unterzubringen: „Plastiksäcke, Hausmüll, Kunstrasen, Betonsteine, Bauabschnitt – manche Leute bringen die unmöglichsten Dinge.“ Auch hier setzt das Trio daher auf Kontrolle. „Wir schauen schon genau hin, was abgeladen wird“, betonen sie, während ein weiterer Wagen samt Anhänger auf den Hof rollt. „Was ist drauf?“, fragt Wilfried Markus und winkt den Autofahrer durch zu den hinteren Containern. Das Abladen des aufgeladenen Heckenschnitts wird etwas dauern. Im vorderen Bereich, wo vor allem große Gartensäcke ausgekippt werden, geht es etwas schneller.

Zweimal wöchentlich werden die vollen Container von der Firma Lobbe abtransportiert. Auch hier geht es nach System: Die Container, die vorne stehen, werden stets als erste gefüllt. „Dass in jedem Container ein bisschen Abfall liegt, geht da natürlich nicht“, erklärt Felix Grigutsch, der mehr als 24 Jahre beim Meinerzhagener Baubetriebshof beschäftigt war. Als Rentner sei die Arbeit zweimal wöchentlich für ihn Zeitvertreib. Er mache es auch, um sich fit zu halten, meint Grigutsch, dessen vierte Saison in wenigen Wochen endet. Die meisten „Lieferanten“ kennen die Mitarbeiter, die sich den Dienst an den drei Öffnungstagen teilen. „Das sind ‚Stammkunden‘, die immer im Garten werkeln“, erzählen sie. Der überwiegende Teil derer, die das Gelände hinter dem Obi-Markt ansteuern, sei sehr vernünftig. „Aber über manche ärgern wir uns auch“, sagen sie. Dazu zählen vor allem die besonders Ungeduldigen. 

Dabei gebe es bei der Abgabe einfache Regeln zu beachten: Es geht nach der Reihe. Wenn es an den Containern zu voll sei, müsse man eben am Eingang warten. Felix Grigutsch, Wilfried Markus und Karl-Heinz Krogull bitten um Rücksicht und um das Einhalten der Verkehrsregeln. Auf dem Gelände in Darmche gilt Schrittgeschwindigkeit. „Es geht einfach nicht, dass hier auf dem Hof gerast wird. Das ist viel zu gefährlich“, appellieren sie. 

Das Wetter hat nur zum Teil Einfluss auf den Betrieb bei der Grünschnittabgabe. Selbst bei Regen würde Grünschnitt angeliefert. Der trockene Sommer wirkte sich dennoch auch auf die Grünschnitt-Anlieferung aus. Rasen und Pflanzen wuchsen – wenn überhaupt – nur mäßig: „Der Sommer hat uns etwas Arbeit abgenommen“, berichten Grigutsch und Markus. Sie wissen allerdings auch: Bald kommt der Herbst. Das bedeutet: Blätter in großen Mengen. Die können noch bis November in die Container am Bauhof entsorgt werden.

Grünschnitt und Elektroschrott können von März bis November auf dem Gelände des Baubetriebshofes in Darmche abgeliefert werden. Geöffnet hat der Bauhof dienstags von 16.30 bis 19 Uhr, freitags von 13.30 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr.

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