Schimpfti(e)raden an der Kohlbergschule

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Die Jungen und Mädchen der Musical-AG schlüpften in die Rollen von Schaf, Kuh, Esel und Co.: Mit ihrer Aufführung des Stücks „Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren“ begeisterten sie Mitschüler, Lehrer und Eltern.

MEINERZHAGEN -  „Ey, du dumme Kuh!“, „blöde Ziege“, „alter Affe“ – mit Schimpfwörtern sind Kinder nicht zimperlich. Ihr Repertoire ist riesig. Die Tiere haben jedoch eines Tages genug davon, dass die Kinder sich gegenseitig mit ihren schönen Namen beleidigen. Was nun passierte, erlebten am Freitagvormittag die Schüler der Grundschule Am Kohlberg bei zwei Aufführungen der Musical-AG.

„Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren“ lautete der vielversprechende Titel des Stücks, das auf amüsante Weise beschreibt, dass der Umgang mit Sprache manchmal doch ganz schön zu wünschen übrig lässt. Nach den Sommerferien hatten die 23 Schüler aus den zweiten bis vierten Klassen damit begonnen, das Musical zusammen mit ihren Lehrerinnen Claudia Schneider und Julia Bockemühl-Thul einzustudieren. In den letzten Monaten hieß es für die Mädchen und Jungen Texte lernen, Lieder einüben, Kostüme aussuchen, Kulisse gestalten, proben und Lampenfieber aushalten – am Freitagmorgen war für die kleinen Darsteller schließlich der große Tag: Premiere in der Schulaula. Diese hatte sich zu den beiden Aufführungen mit vielen Schülern und auch mit einigen Eltern gefüllt.

Kleine und große Zuschauer erlebten, was die Ratte Rasco auf dem Schulhof mitanhören muss. Im „Schulhof-Rap“ werfen sich die Schüler gemeine Schimpfwörter an den Kopf – Ratte Rasco berichtet es den anderen Tieren. Kuh, Esel und Ziege wollen sich das nicht länger gefallen lassen – „wir haben doch auch unseren Stolz!“, sagen sie. Doch wie sollen sie sich gegen diese Gemeinheiten wehren? Die weise Eule Eulalia wird um Rat gefragt. „Nichts ist so hässlich wie Rache“, mahnt sie und weiß: „Wenn man betroffen ist, kann man schlecht weise sein.“ Mit Lachen und Magie, so ihr Vorschlag, könne man viel mehr erreichen.

Mit Hilfe eines Zaubers wird den Schülern eine Lektion erteilt – die Kinder werden stumm. Doch das gefällt den Tieren irgendwann auch nicht mehr. Es kommt zu einer „großen Show“: Die Tiere führen den Kindern die „lustigste Tierparade der Welt“ vor und zeigen ihnen, warum sie wertvoll sind: Der Esel vollführt einen „Schuhplattler“, das Schaf jongliert und die Ziege tanzt...

Kohlbergkinder begeistern mit Musical

Danach mussten sich die Kinder ihrer Aufgabe stellen und die Tiere zum Lachen bringen. Es gelang! Mit einem Schwur-Song („Es geht auch ohne Pöbel und ohne Kampfgeschrei, denkt an den Zauber, bevor ihr Böses sprecht“) schlossen Tiere und Kinder musikalisch Frieden.

Die Darsteller wurden nach der knapp 45-minütigen Aufführung mit viel Applaus für ihre schauspielerischen Einlagen belohnt. Gesangstalent zeigten die Jungen und Mädchen ebenfalls – als Solisten oder im Chor. Nur eine Frage blieb am Ende offen: Die Tiere, so hieß es, hätten sich an ihren Friedenspakt gehalten. Die Kinder auch? - sim

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