Literatur findet Weg auf Kleinkunstbühne

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Sie alle gestalteten die abwechslungsreiche und interessante Lesung am Sonntagnachmittag (von links): Gudrun Seeberger, Heike Steinbach, Bärbel Wengenroth, dahinter Doris Petermeier und Anette Klingelhöfer, hinten Felicitas Zelic, Marion Peltzer und Martina Schnerr-Bille.

Meinerzhagen - Hoch erfreut zeigte sich Marion Görning, die Direktorin der VHS Volmetal und Leiterin des Fachbereichs Kreatives Schreiben am Sonntagnachmittag in der Kleinkunstbühne des TuS an der Genkeler Straße. Mehr als 40 Besucher waren der Einladung gefolgt und sie erwartete ein bunter Reigen an unterschiedlichen Geschichten.

„Ist doch Frauensache“ haben die acht Autorinnen ihre Erzählungen genannt und sich dabei aus vielen Bereichen der Literatur bedient. Es war bereits das 37. Literaturcafè, das die kreativen Damen unter Leitung von Marion Görnig zu Papier und zu Gehör brachten.

Den Anfang machte Gudrun Seeberger mit einer Geschichte über den Verlust der großen Liebe. Dabei vergleicht sie das Glück mit der Zerbrechlichkeit von Glas. Dass es am Ende eine bitterböse Geschichte ist, spricht nicht allein von der Kreativität ihrer Protagonistin. Mit dem Tod des Ehepartners befasst sich auch Marion Pletzer. Sie glaubt, ihn nach dem Tode als Inkarnation in einem Kater wiederzuerkennen.

Martina Schnerr-Bille wiederum greift in ihrer Geschichte ein wichtiges Frauenthema auf, den Frisörbesuch. In ihrer unnachahmlichen Art ist das reine Vorlesen bei ihr schon ein Erlebnis. Die Geschichte setzt dem dann noch ein literarisches Krönchen auf. Auch in ihrer zweiten Erzählung „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ bekommen die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer eine Geschichte einer äußerst kurzen Ehe zu Gehör.

In ihrer Story „Nur ein bisschen, nur ein kleines bisschen“ lehnt sich Anette Klingelhöfer an Thomas Mann und seine Nelly an. Sie lässt ihre Protagonistin in Erinnerungen an einen großen Ball schwelgen und zeigt das Ende mit Tabletten und Fehlgeburt auf – eine traurige Geschichte.

In ein neues Leben marschiert zwar leicht unsicher, aber dennoch selbstbewusst die Frau in der Erzählung von Felicitas Zelic „Ein neues Leben“. Hier entrinnt die Ehefrau ihrem gewalttätigen Ehemann und schafft es, ein neues Leben zu beginnen.

Einen Abstecher ins Mittelalter macht Doris Petermeier mit ihrer Erzählung „Die Weißnäherin“. Sie befasst sich mit einem Frauenleben aus früherer Zeit. Eine zauberhafte Geschichte mit einem Ausgang zum Schmunzeln – typisch Frau eben.

Ebenfalls einen Einblick ins tiefste Mittelalter gewährt Heike Steinbach in ihrer Erzählung „Die Kräuterfrau“. Wie die Kräuterfrau und ihre Freundin, die Hebamme, gerade noch dem Scheiterhaufen entkommen, auf dem sie als Hexen verbrannt werden sollen, ist fesselnd und spannend bis zum Schluss.

Den Abschluss des Lesenachmittags gestaltete Bärbel Wengenroth. Sie befasst sich mit den psychischen Abgründen ihrer Protagonistin, die vehement gegen ihr zweites „Ich“ ankämpft, dabei bleibt offen, ob und wie sie gewinnt. Die zahlreichen Besucher waren begeistert von der literarischen Vielfalt der Erzählungen und spendeten viel Applaus. Musikalisch wurde die Lesung von Christian Schmitt begleitet, der die Damen der VHS in seine Kleinkunstbühne eingeladen hatte.

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