VHS-Dozent Frank Hamatschek: Börsengeschäft als Hobby

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Frank Hamatschek lebt zwar schon lange in Hamburg, ist aber trotzdem regelmäßig in Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Wer Dozent bei der VHS wird, der ist nicht nur vielseitig begabt. Er oder sie ist auch bereit, den Begabungen Raum zu geben. Frank Hamatschek gehört dazu, im VHS-Programm steht er mit Kursen zu den Themen Börsengeschäft und Aktien im Programm.

Damit hatte er weder durch Ausbildung noch Beruf zu tun. „Das ist mein Hobby,“ sagt der Rentner schlicht – und zwar ein lebenslanges.

Für die Initialzündung sorgte eines der Meinerzhagener Geldinstitute, ob Volksbank oder Sparkasse weiß Hamatschek heute schon nicht mehr. Ein Sachbearbeiter kam damals ins Evangelische Gymnasium und wollte den Schülern die Vorteile von Aktien nahebringen. Bei Frank Hamatschek hatte er durchschlagenden Erfolg: Noch am gleichen Nachmittag ging der damals 16-Jährige zur Bank und wollte eine Aktie kaufen. Daraus wurde erst mal nichts, die Unterschrift der Eltern fehlte. 

Nach dem Abitur ging Hamatschek nicht etwa zu einer Bank. Er studierte lieber Theologie und Philosophie auf Lehramt, sattelte dann aber um und wurde Betriebswirt. Sein berufliches Leben verbrachte er dann bei Airbus in Hamburg, aber dank familiärer Kontakte hat er immer noch einen Koffer in Meinerzhagen. Und das Lehramt hat ihn offensichtlich auch nicht so ganz losgelassen. Das Ergebnis sind VHS-Kurse, zuletzt in Herscheid und im Mai in Meinerzhagen – zeitlich passend zu den Besuchen bei seiner Mutter. Die teilt das Interesse ihres Sohnes an den Börsenkursen. Und während andere Familien Ausflüge in den Zoo machen, fahren Hamatscheks zu Hauptversammlungen von Aktien-Unternehmen. „Das ist spannend,“ meint Hamatschek. „Die Unternehmen informieren und man hat Rede- und Wahlrecht.“ 

Demnächst steht ein Ausflug nach Amsterdam auf dem Programm, dort hat Airbus seinen Hauptsitz. All diese Dinge erzählt er auch den Teilnehmern seiner Kurse. Kürzlich waren dazu neun Männer und Frauen in die Rahlenbergschule nach Herscheid gekommen. Die Gruppe war bunt gemischt; ein Student war dabei, aber auch mehrere Rentner in deutlich fortgeschrittenem Alter. Sie alle wollten sich über diese Anlageform informieren angesichts der Null-Zins-Politik im Bankengeschäft. 

Von Frank Hamatschek erfuhren sie viel über die Tücken des Steuerrechts, das erheblichen Einfluss auf die Gewinne der Anleger hat. Kleinanleger seien strukturell gegenüber Großaktionären benachteiligt, aber: „Man kann damit verdienen.“ Er selber hat schon als Jugendlicher auf den Gewinn geachtet und sein Taschengeld für Aktien gespart. Dass Menschen ihr Geld lieber für Konsum ausgeben als es anzulegen, dafür hat er auch mit Blick auf sinkende Renten wenig Verständnis. „Etwas kann man immer sparen,“ ist sein Credo. Eine weitverbreitete Anlageform, die Aktienfonds, schließt er für sich allerdings aus: „Das ist nicht so spannend,“ meint er. Aktienfonds haben nämlich keine Hauptversammlungen.

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