Verzögerung durch Baumängel: Eröffnung für Kita Im Brannten völlig ungewiss

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Alles dicht, keiner arbeitet. Seit gut zwei Wochen ist das die Realität auf der Baustelle der Awo-Kita Im Brannten.

Meinerzhagen - Das platzt wie eine Bombe: Der Eröffnungstermin für die neue Awo-Kita Im Brannten ist noch völlig ungewiss. Offensichtliche Baumängel führen zu Verzögerungen und verhindern momentan die Abnahme durch den Märkischen Kreis.

„Wir sind als zukünftiger Betreiber nicht erfreut darüber, dass sich die Fertigstellung wieder verzögert“, so der stellvertretende Geschäftsführer des Awo-Unterbezirks Hagen / Märkischer Kreis, Johannes Anft, auf Anfrage der MZ.

Ein Blick zurück: Im Januar 2017 verkündeten die private Investorin Katharina Böcher und die Awo ihre Absicht, gemeinsam für die Errichtung einer Kindertagesstätte zu sorgen. Dabei tritt die Awo als Gebäudemieterin auf und richtet für drei Regelgruppen sowie zwei heilpädagogische Gruppen Räume ein. Insgesamt sollten rund 70 Plätze geschaffen werden, von denen etwa 50 auf die Regel- und 20 auf die heilpädagogischen Gruppen entfallen.

Bereits beim damals verkündeten Ziel, die Einrichtung zum 1. Oktober 2017 in Betrieb zu nehmen, blieb es nicht. Und auch der zeitliche Aufschub bis Anfang dieses Jahres reichte nicht aus.

Als Alternative fand man für die Unterbringung übergangsweise eine Gelegenheit im „Haus Lyck“, in unmittelbarer Nähe zur Baustelle (die MZ berichtete).

Vorgefertigte Bauteile aus OSB-Platten sollten eigentlich die Bauzeit verkürzen. Der Plan ging nicht auf.

Waren es anfangs nur ein verregnetes Frühjahr und ein ebenso nasser Sommeranfang, die dem Tiefbau zusetzten, waren eigentlich keine größeren Hochbauprobleme erkennbar, welche die Bauzeit verlängerten.

Beim Hochbau selbst oder sogar schon bei der Planung muss es aber dennoch „gehakt“ haben. Denn eine erfolgreiche Schlussabnahme durch den Märkischen Kreis gibt es bisher nicht. Technische Mängel oder nicht erfüllte Normen sollen Gründe sein. Nach bisher nicht bestätigten Informationen soll es sich dabei auch um einen fehlenden Rettungsweg handeln.

„Wir sind bei der Angelegenheit nur ganz am Rande eingebunden und haben demgemäß kaum Einwirkungsmöglichkeiten“, sagt Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar auf Anfrage der MZ.

Im Vorfeld hatte man von Seiten der Stadt alle planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um das Projekt am jetzigen Standort umsetzen zu können. Eine direkte Einwirkung auf dessen Gestaltung, Ausstattung und die Abwicklung der baulichen Tätigkeiten bestand zu keinem Zeitpunkt.

Und auch die Awo war zwar beim Thema der räumlichen und fachlichen Erfordernisse mit im Boot, bei den ausführenden Arbeiten und dem dafür erstellten Zeitplan nicht. Dieser Teil fällt, wie bei derartigen Maßnahmen üblich, grundsätzlich dem Investor, dem von ihm beauftragten Architekten und den Baufirmen zu.

Derzeit bemüht man sich die Möglichkeiten der Mängelbeseitigung auszuloten und danach umzusetzen. Am Ende positiv ist im Moment nur, dass die Kita-Kinder und deren Betreuer im Haus Lyck mehr als nur eine Notlösung vorfinden.

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