MBG zeigt Interesse

Chaoten wüten im ehemaligen Aldi-Komplex

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Verwüstet wurden auch die Räume der ehemaligen Bäckerei. Überall liegt Abfall herum.

Meinerzhagen  -  Es ist stets dasselbe „Lied“: Mitten in der Stadt verfällt eine Immobilie, das Umfeld wird immer mehr zugemüllt – und Verwaltung und Politik sind die Hände gebunden.

Zu beobachten ist das seit Jahren an den Gebäuden an der Fröbelstraße, die einst eine Bäckerei und eine Aldi-Filiale beherbergten.

Zuständig für den ehemaligen Aldi-Komplex, der sich einst im Besitz der in Konkurs gegangenen Lüdenscheider Hellerforth-Immobiliengruppe befand, ist inzwischen ein Insolvenzverwalter.

Mit der Meinerzhagener Baugesellschaft hat sich auch bereits ein Interessent gemeldet, der das Gelände kaufen möchte. Die Verhandlungen laufen, wann sie zum Abschluss kommen werden, steht aber laut MBG-Chef Oliver Drenkard noch nicht fest.

Die Zustände in diesem Bereich verschlechtern sich jedenfalls mehr und mehr. Rund um den Komplex liegt kiloweise Müll. Verpackungsmaterial, Flaschen und Scherben wohin das Auge blickt. Bereits vor vielen Monaten wurden die Fenster am einstigen Aldi mit Brettern vernagelt – eine reine Vorsichtsmaßnahme. Schließlich musste die Feuerwehr dort bereits eingreifen: Im September 2015 brannte im ehemaligen Aldi Verpackungsmaterial.

Georg Heuel von der heimischen Kripo hatte damals festgestellt: „Leerstände wie dort ziehen solche Menschen an. Und hat der Vandalismus an einem Ort erst einmal begonnen, ist die Entwicklung kaum noch aufzuhalten.“ Das gilt auch mehr als ein Jahr danach.

Besonders an und in der benachbarten ehemaligen Bäckerei haben Unbekannte inzwischen „gehaust“. Durch eine zerschlagene Tür haben sie sich illegal Zutritt verschafft und im Inneren des Hauses regelrecht gewütet. Die Stadt kann auf Privatgelände erst einschreiten, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit droht. Das ist hier offensichtlich (noch) nicht der Fall. Und auf ein ansehnliches Wohnumfeld hat man im Rathaus kaum Einfluss.

Immerhin: Die Polizei hat bislang nicht festgestellt, dass auf dem Gelände an der Fröbelstraße ein neuer Vandalismus-Brennpunkt entstanden ist. Von Übergriffen der dort offensichtlich wütenden Rowdys auf Passanten sei bisher nichts bekannt, heißt es.

Ob inzwischen Handlungsbedarf seitens der zuständigen Behörden besteht, das wurde in jüngster Vergangenheit erneut überprüft. Der Märkische Kreis als Bauaufsichtsbehörde hat sich laut Friedrich Rothaar vom städtischen Fachbereich Technischer Service kürzlich vor Ort umgesehen. Das Ergebnis der Begehung: Es gibt keinen Grund zum Einschreiten. Eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit wurde nicht festgestellt.

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