Verwegenes Trio begeistert mit bestem Rock ‘n‘ Roll

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„The Jancee Pornick Casino“ zählt zu den skurrilsten Rock 'n' Roll-Bands in Deutschland. Am Donnerstag machte sie ihrem Image beim Open-Air-Konzert alle Ehre. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die gefühlte Temperatur stieg am Donnerstagabend in der Fußgängerzone Zur alten Post schlagartig, als das verwegene Musikertrio „The Jancee Pornick Casino“ loslegte.

Bereits die ersten Takte wirkten wie eine Initialzündung und fuhren den Zuhörern in die Beine. Der explosive musikalische Cocktail aus Surfmusik, Rockabilly, Sixties Garage Punk und einem Schuss russischer Folklore entfaltete bald eine sogartige Wirkung – gebannt und fasziniert verfolgten die rund 150 Gäste des 3. KuK-Open-Airs, ein mehr als ungewöhnliches Bühnenspektakel. Schließlich eilt dem amerikanischen Gitarristen, Sänger und Bandgründer Jancee Warnick und seinen beiden russischen Musikerfreunden der Ruf voraus, zu den skurrilsten Rock 'n' Roll-Bands in Deutschland zu gehören. Und dieses Image bestätigten sie auch dieses Mal auf ganzer Linie. Jancee Warnick schien von seiner Musik wie besessen und bearbeitete seine himmelblaue Gitarre mit einer Intensität und Leidenschaft, die ihresgleichen sucht. Immer wieder suchte er die Nähe der Zuhörer, warf sich vor ihnen auf die Knie oder hielt ihnen die Gitarre entgegen, während er in gleichem Tempo weiterspielte. Wie getrieben flippte er über die Bühne und schmiss sich dabei auch mal auf den Rücken. Dass das Trio sich versteht, war im Zusammenspiel deutlich spürbar. Der Schlagzeuger entfachte ein mitreißendes Drumfeuerwerk und zerbrach bei seinem furiosen Spiel gleich mehrere Schlagzeugstöcke. Und Vladimir Martens entlockte seiner Bassbalalaika rassige Bassläufe, obwohl er aufgrund eines gebrochenen Fingers einen Gipsverband am rechten Arm trägt. Doch zwei Finger reichten dem Ausnahmemusiker offenbar, um seiner Spielfreude Ausdruck zu verleihen. Bald wurde deutlich, warum „The Jancee Pornick Casino“ derzeit mit rund 120 Auftritten im Jahr zu den am häufigsten gebuchten Bands in der europäischen Szene zählen. Während ihrer Tourneen bereisten sie bislang unter anderem Spanien, Frankreich, Russland und die USA. So verbringen die Musiker seit 1999 mehr Zeit im Tourbus, als an ihrem Wohnsitz in Köln. Auch das Wetter spielte am Donnerstagabend mit. Trotz dunkler Wolken blieb es fast den ganzen Abend über trocken, nur einmal fielen ein paar Tropfen. Für die Verpflegung der Besucher sorgten Schanzenwirt Frank Lüttel und die Aktiven des Eine-Welt-Ladens. So wurde das zweistündige Konzert, das der KuK-Verein Dank finanzieller Unterstützung durch die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen als Hauptsponsor und die Meinerzhagener Baugesellschaft ohne Eintritt anbieten konnte, ein voller Erfolg. ▪ ps

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