Stadthalle

Pläne offiziell: Stadtarchiv statt Kino, Bücherei statt Spielhalle

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So sieht der Plan für das künftige Stadthallen-Umfeld aus.

Meinerzhagen - Bücher statt Geldspielautomaten, historische Dokumente statt Leinwandhelden: Gestern Nachmittag wurden Details zur „neuen“ Stadthalle bekannt, die schon am kommenden Dienstag beraten und beschlossen werden sollen.

Allzu viel Zeit haben sie am kommenden Dienstag (17 Uhr, Ratssaal) nicht, die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (PSVU). Anderthalb Stunden sind für die Sitzung angesetzt, denn schon um 18.30 Uhr kommt der Rat zusammen, um alles in trockene Tücher zu bringen. Dabei geht es vor allem um das wohl spannendste Thema der zurückliegenden Jahre: die Zukunft der Stadthalle. 

Im Vorfeld der Sitzungen veröffentlichte die Verwaltung gestern Nachmittag Details zu den Plänen. Dabei rücken drei Hauptmaßnahmen in den Vordergrund: 

  • Umbau und Sanierung der Stadthalle zum sozio-kulturellen Zentrum für die Stadtgesellschaft (Bürgerhalle) mit Erhalt, aber Sanierung des Otto-Fuchs-Saals mit Bühne, 
  • ein neues kommerzielles Zentrum mit einem Neu-/Anbau mit zentralen Angeboten (Einzelhandel, Dienstleistungen, Büro, Wohnen, Gastronomie und Parken) und 
  • der Umbau der heutigen Spielhalle gegenüber der Stadthalle zur städtischen Bücherei mit integrativem Begegnungsangebot und Gastronomie. 

Während der Außenbereich im Wesentlichen die bereits im Februar 2018 vorgestellten Elemente hinsichtlich der Einkaufs- und Dienstleistungsangebote enthält, offenbart das Konzept beim Blick ins Innenleben der bestehenden Stadthalle interessante Neuerungen. So etwa die Einstellung des Kino-Betriebs im Untergeschoss. 

Das geplante Untergeschoss des sozio-kulturellen Zentrums.

Im Laufe der letzten Jahre habe sich herausgestellt, dass das Stadtarchiv mehr Platz benötigt – den soll es nun auf 426 Quadratmetern erhalten. Auf Kinovorführungen sollen die Meinerzhagener deshalb künftig aber nicht verzichten müssen, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt: Diese sollen dann im Otto-Fuchs-Saal der Stadthalle stattfinden, der bereits über die entsprechende Technik verfüge. 

 

Mehr Platzbedarf habe auch die Stadtbücherei, die mit einem „integrativen Begegnungsangebot“ in den gegenüberliegenden Gebäudekomplex umziehen soll – dorthin, wo sich jetzt noch eine Spielhalle befindet. Die Umbaukosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro soll der Immobilieneigentümer unter der Voraussetzung bezahlen, dass die Stadt die Räume für die Bücherei dauerhaft anmietet. 

Der Platz, den die Bücherei im Stadthallen-Komplex frei macht, soll für ein „Haus der Vereine“ genutzt werden, das barrierefrei und multifunktional genutzt werden kann. Damit soll aus der Stadthalle ein „sozio-kulturelles Zentrum“ entstehen, das außerdem über eine „integrative Netzwerkzentrale und interkulturelle Begegnungsstätte“ verfügt sowie eine gastronomische Nutzung und Bewirtung ermöglicht.

Insgesamt schlage der Umbau der Stadthalle zu einem sozio-kulturellen Zentrum mit mehr als 12 Millionen Euro zu Buche. Abzüglich der erhofften Fördermittel blieben für die Stadt am Ende Kosten in Höhe von rund 5,86 Millionen Euro zuzüglich der laufenden Raummiete für die Stadtbücherei. 

Kommerzielles Zentrum mit Investorenhilfe

Als zweiter Komplex ist weiterhin ein kommerzielles Zentrum mit Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Büros und Dienstleistungseinrichtungen geplant. Die dafür notwendigen rund 30 Millionen Euro sollen durch einen Investor getragen werden. Dies sei allerdings zwingend notwendig, um überhaupt Städtebau-Fördermittel erhalten zu können.

Als Grundlage dient dabei das „Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Meinerzhagen“, das bereits im Rahmen der Regionale 2013 aufgelegt worden war und nun fortgeschrieben werden musste. Um in den Genuss dieser Gelder zu kommen, musste die Stadt das Verfahren jetzt beschleunigen, erklärte Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar gestern auf MZ-Anfrage. „Das Ministerium hatte darum gebeten, bereits Ende Januar die Evaluation und Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts vorzulegen. Daher mussten wir eine Sondersitzung des Rates einberufen.“ 

Baubeginn für 2020 geplant

Sollte der Rat dem fortgeschriebenen Konzept am Dienstag zustimmen und die Verwaltung damit beauftragen, einen entsprechenden Förderantrag zu stellen, soll im Herbst des Jahres 2020 mit dem (Um-)Bau begonnen werden. Eine Fertigstellung aller Bereiche (Stadthalle, kommerzielles Zentrum, neue Stadtbücherei) wird für die zweite Hälfte des Jahres 2023 angestrebt.

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