Zeitplan durcheinander

Corona: Wie geht es weiter mit Kommunion und Konfirmation? 

Ein Bild aus früheren Tagen, als Kontakte in der Kirche noch möglich waren. Jetzt musste Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase sogar die Konfirmation verschieben.
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Ein Bild aus früheren Tagen, als Kontakte in der Kirche noch möglich waren. Jetzt musste Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase sogar die Konfirmation verschieben.

„Schwierig, äußerst schwierig.“ Pfarrer Peter Kroschewski hat ein großes Problem. Wie er es lösen soll, das weiß er nicht.

Meinerzhagen – Durch die Pandemie ist Kinder- und Jugendarbeit auch in seiner Pfarrei St. Maria Immaculata nahezu unmöglich. Der Gemeinde droht der Nachwuchs wegzubrechen.

Kommunion unwahrscheinlich

Eigentlich sind im Zeitraum zwischen dem 22. Mai und 26. Juni in Meinerzhagen beziehungsweise Valbert sechs Kommunionfeiern, alle in Kleingruppen, geplant. Etwa 27 Kinder sollten an die Gemeinde herangeführt werden. Ob das klappt, steht allerdings in den Sternen. Pfarrer Kroschewski ist eher skeptisch: „Bei den hohen Inzidenzzahlen kann ich mir diese Feiern nicht vorstellen. Das wäre einfach zu gefährlich.“ Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen. „Das ist auch deshalb nötig, weil die Familien die Kommunionsfeier natürlich planen müssen“, weiß der katholische Geistliche.

„Das Erleben von Gemeinschaft ist das A und O für eine Gemeinde. Und sowohl im Senioren- als auch im Kinder- und Jugendbereich findet das praktisch nicht mehr statt. Für uns ist das ein enormes Problem“, sagt Peter Kroschewski, der dabei auch an die Messdiener denkt, die er schon lange nicht mehr persönlich getroffen hat. „Natürlich versuchen wir auch hier, den Kontakt zu halten. So wie beispielsweise über soziale Medien. Aber das ersetzt das direkte Treffen natürlich nicht“, fügt er hinzu.

Messdiener machen Pause

Dass von den sechs bis sieben aktiven Messdienern in Meinerzhagen während der langen Zwangspause der eine oder andere sogar ganz aufhört, will Peter Kroschewski nicht ausschließen: „Es ist schon so, dass das Interesse nachlässt. Aber was soll man tun? Die Pandemie zwingt uns zu dieser Pause.“

Die Hoffnung auf ein normales Gemeindeleben hat Pfarrer Kroschewski trotz aller Widrigkeiten nicht aufgegeben. Auch die Kommunionfeiern werden stattfinden – nur wann, das ist die große Frage. „Sollte es im Mai und Juni nicht klappen, werden wir nach den Ferien einen neuen Anlauf unternehmen“, hat sich der Seelsorger vorgenommen.

In der evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen ist die Situation ähnlich. Allerdings wurde hier in Sachen Konfirmation schon eine Entscheidung getroffen. Wurden die Jugendlichen in den Zeiten vor der Pandemie vor den Sommerferien in die Gemeinde aufgenommen, findet die Konfirmation diesmal am 30. Oktober statt. Wo, das steht allerdings noch nicht fest. „Eine Feier wäre in dieser Situation überhaupt nicht möglich gewesen. Auch in den Familien wäre das mit Gästen nicht gegangen“, begründet Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase die Verlegung.

Jugendarbeit auf Distanz

Trotz der Pandemie findet in der Gemeinde allerdings noch Jugendarbeit statt – allerdings auf Distanz und ohne jegliche Infektionsgefahr. „Unsere Jugendreferentin Christine Büscher ist da sehr aktiv. Digital funktioniert das sehr gut, die Kontakte werden aufrechterhalten. Am 2. Mai plant die Jugendreferentin sogar einen digitalen Gottesdienst für die Jugendlichen“, freut sich Pfarrer Kemper-Kohlhase darüber, dass Gemeindeleben trotz aller Einschränkungen weiter stattfindet.

In der evangelischen Kirchengemeinde Valbert wurde in Sachen Konfirmation übrigens ebenfalls bereits entschieden, dass die Feiern verschoben werden. Sie sollen nach den Sommerferien stattfinden. Wann genau, das steht noch nicht fest.

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