Vernissage beim Künstler Kajo Deppe

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Zu einer besonderen Vernissage waren für Samstag Kunst- und Weinliebhaber nach Spädinghausen eingeladen. Dort konnten sie die Skulpturen von Kajo Deppe (links) einmal im Original bewundern. Bis dahin waren sie ihnen nur als Motiv auf den Flaschenetiketten von Nahe-Winzerin Monika Mieck (rechts) bekannt. ▪

SPÄDINGHAUSEN ▪ Es war eine besondere Vernissage, zu der Kajo Deppe am Samstag in sein Haus und seinen Garten in Spädinghausen eingeladen hatte. Gilt eine solche Veranstaltung neben der Vorstellung vor allem der Veräußerung künstlerischer Arbeiten, konnte davon diesmal keine Rede sein.

Denn Kajo Deppes Skulpturen, bei denen er Stein, Holz, Glas und Metall kühn kombiniert, stehen festbetoniert in seinem Garten und sind nicht für den Verkauf vorgesehen. Allerdings wurden sie von Monika und Gerhard Mieck, deren Familie seit 125 Jahren in Kirschroth an der Nahe ein etwa drei Hektar großes Weingut bewirtschaftet, als Motiv für die Etiketten ihrer Weinflaschen entdeckt. In jedem Jahr erscheinen zwei weitere Motive auf den Flaschen einer Wein-Sonderedition, die im Präsentkarton erhältlich sind. Nur auf diese Weise kann man die Skulpturen mit nach Hause nehmen und so Kunst und Wein gleichzeitig genießen.

Zunächst war die Verschönerung von Haus und Garten die Intention für Kajo Deppes kreative Arbeit gewesen. Kein politischer Hintergrund, keine Botschaft oder ein merkantiles Interesse trieben Deppe an, der bei der Umsetzung seiner Ideen lernte „anders hinzusehen“.

Unter der Prämisse „Weniger ist mehr“ und „Ordnung ist Ästhetik, ist Schönheit“ erlaubt er sich bei der Umsetzung keine Schnörkel oder Kompromisse. Standort und Materialien müssen optimal zueinander passen, um letztlich mehr zu sein als die Summe der Einzelteile, etwas Besonderes, ein Unikat, zeitlos, dass es beim Betrachter „funken lässt“. Natürliches oder künstliches Licht und seine Reflexion verleiht dem verarbeiteten sperrigen Material Farbe und Wärme.

Bei einer Weinpräsentation auf dem Mieckschen Weingut war im Frühjahr die Idee zu dieser Vernissage entstanden. Denn was die Kunst- und Weinliebhaber bis dahin nur von den Etiketten kannten, wollten sie auch einmal im Original vor Ort bewundern. Deppes Frau Ingrid hatte für die Gäste einen schmackhaften Imbiss vorbereitet, Monika und Gerhard Mieck sorgten für den guten Tropfen und Roland Ferger für die musikalische Begleitung des Nachmittags. Alles perfekt also, bis auf das Wetter. Zunächst goss es in Strömen, so dass eine ungestörte Betrachtung der Skulpturen erst nach einem ergiebigen Regen möglich war, und Kajo Deppe seine Gäste im Schutz eines Regenschirmes begrüßen musste. Die Laudatio, vom Künstler, der als Förster in Herscheid arbeitet, selbst gehalten, galt weniger seiner Person und seinen Arbeiten, als vielmehr dem Prozess des künstlerischen Schaffens, der ihn packt „wie eine Infektion“, ihm 1000 Fragen beschert, ihn schlaflos lässt, selbstkritisch. Ein zwei- bis viermonatiger „Leidensweg“ ausgehend vom Finden einer Idee und des Materials bis zur Fertigstellung einer Arbeit. ▪ luka

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