Rote Wange durch raue Matratze? - Verhandlung

Justitia hat gesprochen: Das Verfahren gegen einen 25-jährigen Meinerzhager wurde gegen Zahlung von 1000 Euro vorläufig eingestellt. - Symbolbild

Meinerzhagen - Aufgrund eines Anrufs bei der Polizei begaben sich zwei Beamte am frühen Morgen des 17. Juli zur Wohnung eines 28-Jährigen. Dort trafen sie den Bewohner an – seine Wange wies eine rote Färbung auf.

Leicht erregt erzählte der Meinerzhagener den Einsatzkräften, ein Freund habe ihn an der Siepener Straße vor einem Getränkeladen ohne Grund ins Gesicht geschlagen. Er wolle den Schläger aber nicht anzeigen, es gehe ihm nur um den Schutz seiner Mitmenschen. Auch ohne Anzeige des Geschädigten landete der Fall wegen der „Bejahung des öffentlichen Interesses“ vorm Amtsgericht Meinerzhagen.

„Ich habe niemanden körperlich verletzt“, erklärte der Angeklagte. Er sei mit dem 28-Jährigen um die Häuser gezogen. „Wir haben einiges getrunken, Wodka, Whisky, Bier“, zählte der 25-Jährige auf. Die beiden Männer hätten sich irgendwann morgens getrennt und am Nachmittag wiedergetroffen.

Der 28-Jährige gab im Zeugenstand an, sich weder an einen Schlag noch daran erinnern zu können, die Polizei gerufen zu haben. Die Rötung im Gesicht könnte von seiner Matratze stammen: „Die ist ziemlich rau.“ 13 Eintragungen befinden sich im Vorstrafenregister des Angeklagten. Dabei machte er in der Vergangenheit einen Streifzug quer durchs Strafgesetzbuch: von Körperverletzung und Nötigung über Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz bis zu Widerstandshandlungen und Trunkenheitsfahrt.

„Es war wohl irgendwas, so einen Anruf greift man ja nicht aus der Luft“, stellte der Vertreter der Staatsanwaltschaft fest. Es handle sich aber um eine niederschwellige Tat, der Geschädigte habe kein Interesse an der Verfolgung und Alkohol habe eine Rolle gespielt, so der Richter. Er stellte das Verfahren letztlich gegen eine Zahlung von 1000 Euro vorläufig ein.

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