Vermeintlicher Absturz löst große Suchaktion aus

Am Gerätehaus in Lengelscheid wurde die Suche nach dem vermeintlich abgestürzten Flugzeug koordiniert. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Flugzeugabsturz im Bereich Baberg bei Lengelscheid.“

Diese Meldung ging heute um 9.22 Uhr bei der Feuerwehr Meinerzhagen ein. Innerhalb weniger Minuten waren die Löschzüge eins und drei vor Ort – um festzustellen, dass auf einer Wiese direkt neben der Autobahn das oberste Stromkabel einer dort verlaufenden Hochspannungsleitung offensichtlich abgerissen war. Das lose Ende lag auf der Wiese – laut Stromversorger „Enervie“ bestand im Umkreis von 20 Metern um das Kabel herum Lebensgefahr. Schließlich wurde der Strom abgeschaltet – erst jetzt war die „Unfallstelle“ abgesichert.

Von dem Verursacher, dem vermeintlich abgestürzten Flugzeug, fehlte allerdings jede Spur. Das Rätsel klärte sich um 10.50 Uhr schließlich auf: Der zweisitzige „Sportflieger“ der Marke Robin HR 200/100, den zwei Autofahrer von der A 45 aus bei seiner Kollision mit dem Stromkabel beobachtet hatten, war inzwischen sicher in Würzburg gelandet. Warum es zu der beinahe folgenschweren Berührung mit dem Stromkabel kam, konnte die Polizei noch nicht mitteilen. „Mit den Ermittlungen ist jetzt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig befasst“, teilte Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski mit.

Weil zum Zeitpunkt der Kollision dichter Nebel herrschte, so erste Vermutungen von Experten, könnte der Pilot eventuell auf Sicht entlang der Autobahn geflogen sein – das Kabel der Hochspannungsleitung liegt nur etwa 100 Meter von der A 45 entfernt.

Bevor es „Entwarnung“ gab, hatten Polizei und Feuerwehr alle Hebel in Bewegung gesetzt und eine große Suchaktion nach dem Flugzeug gestartet. Daran beteiligt waren 115 Einsatzkräfte, auch der Polizeihubschrauber „Hummel“ und ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr starteten. Die Besatzungen konnten jedoch wegen des dichten Nebels nicht viel ausrichten und mussten schließlich wieder abdrehen. Auch das Technische Hilfswerk war vor Ort, ein Fachberater wurde aus Halver ins Gerätehaus nach Lengelscheid beordert, wo der Planungsstab sein Quartier aufgeschlagen hatte. Das heimische DRK rückte ebenfalls nach Lengelscheid aus und auch Polizeitaucher machten sich bereit, um die umliegenden Talsperren abzusuchen.

Das beschädigte Kabel führte in Meinerzhagen, Kierspe und Lüdenscheid dazu, dass es in einigen Bereichen zu kurzzeitigen Stromausfällen kam. Davon betroffen war auch die Produktion in der Firma Otto Fuchs, die für kurze Zeit komplett stillstand. Der dadurch verursachte Schaden war erheblich, da einige Maschinen nach Auskunft eines Firmensprechers erst in den Mittagsstunden wieder „hochgefahren“ werden konnten. ▪ beil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare