Halloween

Gar nicht lustig: Grusel-"Spaß" kann sogar hinter Gittern enden

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Kein Spaß mehr: Wenn Eier fliegen, handelt es sich um eine Straftat, die polizeilich verfolgt wird, wenn sich betroffene Hausbesitzer melden.

Meinerzhagen - Für die Älteren ist es eine Unsitte, die aus den USA herübergeschwappt ist, die Jüngeren haben ihren Spaß am gruseligen Mummenschanz – und mitunter sogar an der mutwilligen Sachbeschädigung. Die kann aber nicht nur teuer werden, sondern auch juristische Folgen haben, wie Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski erklärt.

„Süßes oder Saures“ lautet auch heute Abend ein beliebter Spruch, mit dem Hausbesitzer um Süßigkeiten gebeten werden. Wer nichts herausrückt – oder gar nicht erst die Tür öffnet – kann in Einzelfällen böse überrascht werden. Sei es in Form von Klingelattacken oder – weitaus unappetitlicher – mit faulen Eiern, die gegen die Hauswand, Fenster und Türen geworfen werden. 

Da wundert es dann kaum, dass die Betroffenen nur wenig Verständnis für Halloween aufbringen können. Was ist im Fall der Fälle zu tun – und womit müssen die Täter rechnen? Eine Übersicht:

Wie oft kam es in Meinerzhagen und Kierspe in den vergangenen Jahren an Halloween zu Sachbeschädigungen?

Nach offiziellen Zahlen: nur selten. Am 31. Oktober 2017 registrierte die Wache in Meinerzhagen keinen einzigen Vorfall, der auf Halloween zurückzuführen sein könnte. Anders im Jahr 2016: Damals warfen Unbekannte in Oberkorbecke einen Böller in einen Briefkasten und an der Gesamtschule in Kierspe wurden Schmierereien und zerstörte Fenster gemeldet. Den „Klassiker“ unter den Halloween-Streichen notierten die Beamten zuletzt vor drei Jahren: Damals war ein Ei an der Scheibe eines Büros an der Volmestraße in Kierspe gelandet. Ein äußerst hart gekochtes muss am 31. Oktober 2015 indes am Bussardweg in Meinerzhagen in der Luft gewesen sein. Dort sorgte es für zerstörten Klinker an einer Hauswand. Und an der Stadthalle beschmierten Unbekannte den mittlerweile nicht mehr existenten Brunnen mit Graffiti.

Was haben die Täter zu befürchten?

Teils drastische Strafen. Gemäß Strafgesetzbuch, Paragraf 303, kann „einfache“ Sachbeschädigung mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden. Werden die Täter sogar „gemeinschädlich“ aktiv, das heißt, werden von der Öffentlichkeit genutzte Einrichtungen wie Bushaltestellen oder Denkmäler beschädigt, sieht der Gesetzgeber sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Ist das Klingeln an den Haustüren denn erlaubt?

Das ist gesetzlich nicht eindeutig geklärt. Bei strenger Auslegung könnten die kleinen Süßigkeitensammler aber zumindest bei mehrfachem Klingeln für Hausfriedensbruch belangt werden. Dazu sei es im Kreis aber noch nicht gekommen, sagt Polizeisprecher Dietmar Boronowski. „Mit solchen Anzeigen ist man dann ja doch eher zurückhaltend.“

Mit wie vielen Halloween-Streichen rechnet die Polizei heute?

„Ich habe das Gefühl, dass der Trend ein wenig abgenommen hat“, sagt Dietmar Boronowski. Nachdem im vergangenen Jahr kein einziger Fall in Meinerzhagen und Kierspe von der Polizei aufgenommen wurde, rechnet er auch in diesem Jahr nicht mit besonders vielen Vorfällen. Die Zeiten, als immer wieder von fingierten Kettensägen-Angriffen die Rede war, sind offenbar vorbei. Dafür hat Halloween mittlerweile die digitale Neuzeit erreicht: Derzeit kursiert zum Beispiel ein sogenannter Momo-Kettenbrief bei Whats-App, in dem vor allem jüngeren Nutzern sogar mit dem Tod gedroht wird. Ein Scherz, der wahrlich keiner mehr ist...

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