Vermeintliche Gehwege dienen Gewässerschutz

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Ein Gehweg, der durch die angebrachten Leitplanken als Sackgasse endet? Beschilderungen werden bald für Klarheit sorgen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ In Kürze wird ein weiterer Teil der Südumgehung für den Verkehr freigegeben. Auf der neuen Trasse der Ortsumgehungsstraße zwischen der Einmündung Bergstraße und der Ortslage Schnüffel laufen zurzeit noch einige Restarbeiten. So müssen insbesondere noch die Fahrbahnmarkierungen angebracht und Verkehrsschilder aufgestellt werden.

Die Leitplanken entlang der neuen Landstraße 306, die als Autobahnzubringer auch große überörtliche Bedeutung hat, sind in der vergangenen Woche gesetzt worden. Bei einigen Meinerzhagenern, die schon vor der Eröffnung der Straße die Örtlichkeit zu Fuß erkundeten, führen bauliche Besonderheiten zwischenzeitlich zu Irritationen. Ob da womöglich Fehler gemacht worden seien, wollten Anrufer von der MZ-Redaktion schon wissen.

Was im unteren Bereich der Straße in Höhe der Ortslage Schallershaus mit dem hier neu angelegten Rastplatz am Zugangsportal des Sauerland Höhenweges und dem ebenfalls neu gestalteten Fritz-Paulmann-Weg auffällt, ist Folgendes: Die Straße ist hier durchgängig mit asphaltierten Banketten versehen. Das sieht auf den ersten Blick so aus, als handele es sich um Gehwege. Doch diese vermeintlichen Gehwege enden an verschiedenen Stellen abrupt und werden zudem durch Leitplanken abgeriegelt. Eine Sackgasse also für Passanten? Müssen die sich nun eigene Trampelpfade schaffen oder über die Leitplanken klettern? Sobald die endgültige Beschilderung angebracht ist, womit in Kürze zu rechnen ist, dürfte sich diese Verwirrung legen. Denn wie schon entlang des Schützenplatzes ist auch hier im weiteren Bereich der Südumgehung ein breiter kombinierter Geh- und Radweg angelegt worden. Der verläuft nach der Einmündung zur Bergstraße aber auf einer Strecke von rund 300 Metern zunächst nicht neben der Südumgehung, sondern parallel zum neu gestalteten Fritz-Paulmann-Weg, um erst kurz vor den Gebäuden Heerstraße (Kostka) dem weiteren Verlauf der Südumgehung zu folgen. Das wird so auch noch per Beschilderung kenntlich gemacht.

Bei den asphaltierten Seitenstreifen handelt es sich, wie Projektleiter Olaf Bühren vom Landesbetrieb Straßen NRW unserer Zeitung auf Anfrage erläutert, nicht um einen Gehweg. Vielmehr musste diese bauliche Besonderheit, die einen erhöhten Aufwand auch in finanzieller Sicht darstelle, aus Gründen des Trinkwasserschutzes realisiert werden. Bühren erklärt: „Wir befinden uns an dieser Stelle in der besonders zu sichernden Wasserschutzzone 2 in Richtung Agger und Genkel. Um zu verhindern, dass zum Beispiel bei einem Unfall auf der Straße in diesem Bereich auslaufendes Öl oder Treibstoff über den Seitenstreifen der Fahrbahn ins Erdreich und damit auch ins Grundwasser gerät, musste hier eine aufwändige Fahrbahnentwässerung eingebaut werden. Dazu gehört auch der asphaltierte Seitenstreifen.“

Im Zuge des Neubaus der Südumgehung mussten aus Gründen des Umweltschutzes auch umfängliche Entwässerungsanlagen eingebaut werden. Die Fahrbahnentwässerung mündet für den Abschnitt vom Ausbaubeginn bei Hohbüschen bis zur Ortslage Schnüffel über einen in der Landstraße 323 Richtung Derschlag verlegten Sammler und wird im Bereich der Aggerkurven in ein Regenrückhalte- und Klärbecken eingeleitet.

Weil der Schnüffel für die Südumgehung gleichsam die Wasserscheide darstellt, wird von hier ab in Richtung Scherl entwässert. Dort wird im Zuge der Neugestaltung der Autobahnanschlussstelle gerade ein weiteres Regenrückhaltebecken eingebaut. Ein Klärbecken ist bereits an der L 539 auf dem Gelände des Parkplatzes hinter dem Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt worden. ▪ -fe

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