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Verliebt bei Instagram: Frau aus MK erlebt bittere Enttäuschung

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Von: Jan Schmitz

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Berlin am Morgen
Liebespaar (Symbolbild) © Christoph Soeder/dpa

Eine Frau aus dem MK fand bei Instagram ihre vermeintlich große Liebe. Doch zu einem Treffen mit dem älteren Mann kam es nicht. Die Frau ging zur Polizei.

Eine Frau aus Meinerzhagen ist auf einen mutmaßlichen Lovescammer hereingefallen. Das berichtet die Polizei im Märkischen Kreis. Die Mittfünfzigerin und ein vermeintlicher Rentner mit britisch klingendem Namen, der behauptete „noch im „Engineering“ tätig zu sein, hatten sich um Ostern herum auf Instagram „kennengelernt“. Als sie ihn in London besuchen wollte, um ihn persönlich kennenzulernen, bot er an, den Flug günstiger zu buchen. Sie transferierte Geld und schickte ihm ihre Ausweis-Kopie. Doch der Flug kam nicht zustande.

Damit setzte eine Flut von Paketlieferungen ein. 15 Pakete kamen durch (in fünf von ihnen waren Handys), zahlreiche andere Lieferungen wurden direkt vom Paketdienst wieder umgeleitet. Trotzdem half die Meinerzhagenerin dem Unbekannten aus der Patsche, als der angeblich geschäftlich in Nigeria weilte und dort seine Bankkarte nicht anerkannt würde. Nur Tage später meldete sich ein Arzt und berichtete von einem angeblichen Unfall ihrer Instagram-Bekanntschaft. Die Frau transferierte mehrmals Bitcoin. Der Schaden allein für Flug und Bitcoin-Kauf: Mehrere tausend Euro.

In dieser Woche sollte endlich das persönliche Treffen in einem Kölner Hotel stattfinden. Doch dort tauchte der Mann nie auf. Die Frau erstattete deshalb am Donnerstagmorgen (23. Juni) Anzeige bei der Polizei.

Die Polizei warnt: Moderne Heiratsschwindler küssen nicht. Dank moderner Medien kassieren sie aus der Ferne ab. Ihre angeblichen Daten sind erfunden, die Fotos gestohlen. Meist blicken den Opfern auf den Bildern tadellos aussehende Frauen oder Männer entgegen. Oft geben sie vor, verwitwet zu sein. Beliebt sind angebliche Legenden als Soldaten im Auslandseinsatz, Krankenschwester, Arzt oder Geschäftsmann/-frau. Es gab sogar schon Fälle, in denen sich Betrüger als Promis ausgaben, die sich plötzlich in den unbekannten Mann im Sauerland „verliebt“ haben.

Allein viele Follower und Fotos sind kein Beleg für eine echte Identität. Oft genügt eine einfache Recherche in Suchmaschinen - nach Name und Foto. Es gibt Internet-Seiten, die Betrüger auflisten. In anderen Fällen tauchen die gleichen Fotos mit zig anderen (angeblichen) Namen auf.

Misstrauisch werden sollten Nutzer sozialer Netzwerke oder von Bekanntschafts-Portalen, wenn ihr Gegenüber schon nach wenigen Tagen von „Liebe“ und „Heiraten“ schreiben oder sprechen. Erst recht sollten Alarmglocken schrillen, wenn es ums Geld geht und persönliche Dokumente wie Ausweise „erbeten“ werden. Die Polizei warnt außerdem davor, sich als Paketannehmer missbrauchen zu lassen.

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