Kunstrasen Oststraße: Schluss mit den Granulat-Verklumpungen

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Eduard Hauf und Heinz-Gerd Maikranz von der Stadt begutachten mit Götz Ander, dem 2. Vorsitzenden des RSV Meinerzhagen (von links), das Granulat auf dem Kunstrasen an der Oststraße.

Meinerzhagen - Sport macht Spaß. Meistens jedenfalls. Bei Fußballern, die in den vergangenen Wochen in der Nachmittagshitze auf dem Kunstrasen an der Oststraße unterwegs waren, dürfte sich der Spaßfaktor jedoch in engen Grenzen gehalten haben.

Grund ist das Granulat, das zwischen den Plastikhalmen für die Stabilität der Fasern sorgt. Es verklumpte und bildete unter den Schuhen, zwischen den Stollen, eine harte Masse. Damit soll jetzt Schluss sein. 

Die gute Nachricht: Nachdem der RSV Meinerzhagen I wegen der Problematik sein ersten Heimspiel der Westfalenliga-Saison mit dem SC Neheim bereits getauscht hat, steht einer Austragung der nächsten Partie am Sonntag gegen Erkenschwick nichts im Wege. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits sinken die Temperaturen. Und weil die Verklumpung nur deutlich jenseits der 20-Grad-Celsius-Marke auftritt, ist für Sonntag wenig zu befürchten. Andererseits hat der städtische Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz die Feuerwehr gebeten, den Rasen notfalls vor dem Spiel zu wässern. Erfahrungen haben nämlich gezeigt, dass Wasser auch bei sommerlicher Hitze einer Verklumpung vorbeugt.

Endgültige Lösung finden

Dass das augenblicklich aufliegende Granulat dennoch keine Dauerlösung darstellt, ist indes allen Beteiligten klar – sowohl der RSV als auch die Stadt sind dringend daran interessiert, eine endgültige Lösung zu finden. Und auch die zeichnet sich ab. Am Donnerstag hatten die beiden Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck (Technischer Service) und Heinz-Gerd Maikranz (Bürgerservice) zu einem Ortstermin ins Stadion an der Oststraße eingeladen. Sie hatten eine gute Nachricht im „Gepäck“: „Die Firma Polytan sieht sich dazu veranlasst, eine Mängelbeseitigung vorzunehmen“, erläuterte Tischbiereck. 

Zum Hintergrund: 2007 wurde der Kunstrasen verlegt, sogenanntes EPDM-Granulat wurde damals aufgebracht. Im Jahr 2015 tauschte man das wieder aus, Grund waren Beschwerden über Verklumpungen. „SBR-Granulat“ lautetet damals die Alternative. Allerdings: Reste das alten Granulates blieben auf dem Rasen liegen – und das bereitet jetzt die Probleme, weil es klumpt.

Hitzebeständiges Granulat?

Die Lösung, die der Polytan-Experte in der vergangenen Woche vorschlug: Der heimische Kunstrasen bekommt ein modifiziertes EPDM-Granulat, das diesmal auch hitzebeständig sein soll. Für die Stadt, so Tischbiereck, sei das kostenneutral: „Wir hatten gute Gespräche mit Polytan, die Firma hat sich sehr einsichtig gezeigt.“ Vor dem Granulat-Wechsel steht jedoch ein „Pflegegang“ an. Der wird mit einem speziellen Gerät durchgeführt und die Maßnahme sieht vor, das Granulat aufzulockern und verklumptes Material teilweise aufzunehmen. Sollten danach erneut Verklumpungen auftreten, wird diese Maßnahme wiederholt.

Diese Arbeiten können jedoch nur durchgeführt werden, wenn das Wetter mitspielt. Ganz konkret benötigt man dazu Temperaturen zwischen 8 und 20 Grad Celsius – und das für mindestens zwei Tage. Sollte sich eine solche Wetterlage einstellen, würde die Firma auch kurzfristig nach Meinerzhagen kommen, heißt es. Spätestens am 15. Oktober soll dann alles erledigt sein. 

Neuer Belag nach 17 Jahren

Ein Kunstrasen hält nicht ewig. Bei der Stadt geht man davon aus, dass nach etwa 17 Jahren ein neuer Belag nötig wird. 2024 wäre das in Meinerzhagen der Fall. Unter der Voraussetzung, dass die untere elastische Tragschicht dann noch in Ordnung ist, würden – vorsichtig geschätzt – Kosten von mindestens 200 000 Euro anfallen. Momentan ist das aber noch Zukunftsmusik.

Heinz-Gerd Maikranz jedenfalls ist froh, dass die Firma Polytan dem Kunstrasen an der Oststraße generell ein gutes Zeugnis ausgestellt hat. Man habe schon gleichaltrige Plätze gesehen, die in einem schlechteren Zustand seien, wurde der Stadt bescheinigt.

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