Planungswerkstatt zur Stadthallenumfahrung

+
Spontanen Beifall erntete Roswitha Urbanek für ihr bürgerschaftliches Engagement. Sie erläuterte ihre Ideen zur Verkehrsführung anschaulich.

Meinerzhagen - Drei Varianten für eine neue Verkehrsführung im Stadthallenumfeld, speziell im Kreuzungsbereich Haupt-, Linden- und Birkeshöhstraße, standen im Mittelpunkt der Planungswerkstatt Verkehr, zu der die Meinerzhagener in den Ratssaal eingeladen waren.

Von Luitgard Müller 

„Nach den ganzen Diskussionen im Vorfeld hätte man eigentlich erwarten können, dass jetzt hier wenigstens 200 Leute sitzen, um nach der besten Lösung zu suchen“, äußerte sich ein Teilnehmer angesichts der nur rund 40 interessierten Bürger, die sich versammelt hatten, ein wenig enttäuscht.

Doch die Anwesenden zeigten sich sehr engagiert, ließen sich die Entwürfe von den Fachleuten der beteiligten Planungsbüros erläutern, um sie anschließend genau unter die Lupe zu nehmen und Pro und Kontra in einer kontroversen und sachlichen Diskussion zu erörtern. Interessiert verfolgten auch Vertreter der Parteien, die im Rat letztlich die Entscheidung treffen werden, die Meinungsfindung. Friedrich Rothaar und Jürgen Tischbiereck vom Fachbereich Technischer Service der Stadt standen den Bürgern in allen Fragen ebenfalls als fachkundige Ansprechpartner zur Verfügung und notierten die Argumente, die die Versammelten für und wider die einzelnen Lösungsvorschläge sammelten.

Kreisverkehr, Einbahnstraßenring oder einfache Kreuzung

Zur Diskussion standen ein Kreisverkehr, ein Einbahnstraßenring und eine einfache Kreuzung, unter der Voraussetzung, dass die Birkeshöhstraße für den Autoverkehr gesperrt und nur noch als Fußgängerweg genutzt wird. Die – auf den ersten Blick – einfachste Lösung, wie die versammelten Bürger befanden, platzsparend und übersichtlich, mit guter Zufahrt zu den Parkplätzen, nur wenigen Schildern und vordergründig kostengünstiger. Als Gegenargumente wurde eine vermehrte Belastung der Lindenstraße, verbunden mit Straßenerneuerungskosten, die möglicherweise von den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht abgedeckt sind, genannt. Außerdem würde eine direkte Zufahrt zur Innenstadt für die Bewohner des Wohngebietes im Bereich Birkeshöh wegfallen, die damit Umwege über andere Zufahrten in Kauf nehmen müssten.

Für den Einbahnstraßenring sprach nach Meinung der Bürger eine Entzerrung im direkten Kreuzungsbereich, ein guter Verkehrsfluss auf bekannten Straßen ohne enge Steigungen, der allerdings auch zum schnelleren Fahren animieren könne, sowie (im Vergleich zum Kreisverkehr) eine bessere Parkplatzanbindung im Bereich Bücherei. Ein wahrer „Schilderwald“ zur Verkehrsregelung und damit verbunden einige neue Gefahrenstellen wurden als Gegenargumente angeführt. Wie auch die ungünstige Lage der Bushaltestellen, die auch bei der Kreisverkehr-Lösung kritisiert wurde.

Bei diesem Entwurf sahen die Bürger vor allem im großen Platzbedarf und dem Gefälle, das im Winter und vor allem bei LKW zu Problemen führen könne, negative Aspekte. Auch die ungünstige Lage der Bushaltestellen und Fußgängerüberwege sowie eine schlechte Zufahrt zu den Parkplätzen wurden bei dieser Variante kritisch angemerkt. Als positiv wurde der gute Verkehrsfluss bewertet.

Der Vorschlag, den Verkehr direkt auf die B 54 zu leiten, war bereits im Vorfeld verworfen worden, da damit ein vierspuriger Ausbau der Straße mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre.

Es gab keine Abstimmung über die vorgeschlagenen Varianten, denn, so Hans-Joachim Hamerla vom ASS Planungsbüro: „Sie ist der Tod jeder Fachdiskussion.“ Er dankte den Bürgern für ihr Engagement. Ihre Argumente sollen in die weitere Planung einbezogen werden, die bei der Bürgerversammlung am 27. März um 18 Uhr im Ratssaal vorstellt wird. Dabei wird auch die Gestaltung des Stadthallenumfeldes im Mittelpunkt stehen. Seine Visionen dazu hatte Hans Martin Brinkmann in einer Broschüre zusammengefasst, die die Versammelten zur Inspiration mitnehmen konnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare