Diskussion um verkaufsoffene Sonntage

Die Marktschreier des „Hamburger Fischmarkts auf Tour“ wollen vom 26. bis 28. September auf Einladung des Stadtmarketingvereins Station in Meinerzhagen machen.  

Meinerzhagen - Sonntägliche Einkaufserlebnisse soll es auch in diesem Jahr in Meinerzhagen geben: Einstimmig, bei nur drei Enthaltungen, stimmte der Haupt- und Finanzausschuss am Montagabend den vom Stadtmarketingverein beantragten Terminen für verkaufsoffene Sonntage zu. Und doch war der Abstimmung eine intensive Diskussion vorausgegangen.

Von Frank Zacharias

Diese hatte Paolino Barone von Bündnis90/Die Grünen angestoßen.

Insbesondere die Angebote der großen Märkte Hit und Obi stoßen bei Barone auf Kritik. „Wir sollten diese beiden Anbieter von dem verkaufsoffenen Sonntag ausnehmen, um die Leute nicht aus der Innenstadt zu ziehen“, so sein Vorschlag.

Dieser ist laut Bürgermeister Erhard Pierlings allerdings nicht so leicht umsetzbar wie das Ladenöffnungsgesetz für Nordrhein-Westfalen vermuten lässt. In Paragraf 6 ist davon die Rede, dass sich die Freigabe „auf bestimmte Bezirke, Ortsteile und Handelszweige“ beschränken kann. Doch sowohl Pierlings als auch SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Wirth sehen rechtliche Probleme, etwa den Hit außen vor zu lassen.

Den weiter außerhalb gelegenen Obi-Markt von der Sonntagsöffnung auszuschließen, stieß wiederum bei Frank Lüttel (CDU) auf Kritik. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Obi auch so manchen Kunden in die Innenstadt lockt, nachdem er nämlich im Baumarkt seinen Einkauf beendet hat.“ Ähnlich argumentierte auch SPD-Ratsherr Rainer Schmidt, der noch deutlicher wurde: „Wir müssen doch schauen, was am ehesten im Sinne der Allgemeinheit ist! In der Innenstadt gibt es keinen Sack Zement und keinen Mitbewerber des Obi.“

Und auch CDU-Fraktionsvorsitzender Jan Nesselrath hielt von der Ausgrenzung einzelner Geschäfte nichts: „Wir wollen doch nicht ernsthaft die Geschäfte gegen uns aufbringen, die uns Publikum bringen.“ Anke Wiebrock (UWG) konnte die Probleme, die Paolino Barone mit der Sonntagsöffnung hatte, ebenfalls nicht nachvollziehen: „Ich finde das toll!“

Zur Hilfe kam dem Grünen lediglich Kai Krause (FDP), der eine Verschiebung des Themas zur Klärung rechtlicher Fragen in die nächste Ratssitzung beantragte. Der entsprechend geänderte Beschlussvorschlag erhielt allerdings nur vier Ja-Stimmen aus dem grünen und liberalen Lager. Die ursprüngliche Beschlussfassung, die sich für die vom Stadtmarketingverein vorgeschlagenen Termine ohne Einschränkungen ausspricht, fand hingegen breite Zustimmung.

Und so werden die Geschäfte in Meinerzhagen – vorbehaltlich des abschließenden Ratsbeschlusses am 7. April – nicht nur am 11. Mai zum Meinerzhagener Frühling und am 7. Dezember anlässlich des Adventsmarktes geöffnet haben, sondern auch am 28. September, wenn ein echter Höhepunkt ansteht: Zu Gast sein wird dann der „Hamburger Fischmarkt auf Tour“, der den original Hamburger Fischmarkt zum Vorbild hat und bei dem vor allem Marktschreier das reichhaltige Angebot an Blumen, Wurst, Bananen, Käse & Co. lautstark anpreisen – und zwar nicht nur an besagtem Sonntag, sondern am gesamten Wochenende des 26. bis 28. September.

Wenngleich es in der Beschlussvorlage hieß, dass die Sonntagsöffnung anlässlich des Fischmarktes „noch zu diskutieren sein mag“, gab es im Ausschuss keine kritische Stimme dazu. Ganz im Gegenteil: Volkmar Rüsche (CDU) lobte das Engagement des Stadtmarketing-Geschäftsführers Bernd-Martin Leonidas und freute sich darüber, die Marktschreier im Ort begrüßen zu können.

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