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Lastwagenfahrer versucht, Unfall zu vertuschen

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Von: Jana Peuckert

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Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen musste sich der 57-Jährige verantworten.
Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen musste sich der 57-Jährige verantworten. © David-Wolfgang Ebener

In einer Wohnsiedlung in Meinerzhagen warteten am 13. Januar Handwerker auf die Lieferung von Heizkörpern.

Meinerzhagen – Um kurz nach 9 Uhr war der Spediteur da. Auf eisglatter Straße versuchte der Lkw-Fahrer, sein Gefährt rückwärts die Straße hinaufzumanövrieren. Dabei stieß er mit der Oberkante des Lkw an eine Hauswand. Beton fiel herab. Der Lieferant lud die Heizkörper ab. Den Unfall hatte er bemerkt, wie der 57-Jährige im Amtsgericht Meinerzhagen zugab. Allerdings rief er nicht die Polizei, sondern forderte einen Heizungsbauer dazu auf, ihm dabei zu helfen, die Bruchstücke unter Schnee zu vergraben, um auf diese Weise den Unfall zu verschleiern. Der Heizungsbauer (36) hielt die Äußerung des Fahrers für einen Scherz. Dass der 57-Jährige es durchaus ernst meinte, merkte der Handwerker erst, als der Fahrer in den Lkw einstieg und davonfuhr.

Schuld abgestritten

Im Amtsgericht Meinerzhagen trafen die beiden Männer – der Fahrer als Angeklagter, der Handwerker als Zeuge – erneut aufeinander. Der Fahrer stritt ab, den Schutt unter dem Schnee habe begraben zu wollen. Er habe deshalb nicht die Polizei gerufen, weil er Angst um seinen Job gehabt habe, so der Angeklagte. Der Zeuge gab hingegen an: „Er hat gesagt, wir sollen den Scheiß unterm Schnee vergraben. Dann fällt das niemandem auf.“

Strafbefehl und Fahrverbot

Wegen der Unfallflucht war dem Fahrer ein Strafbefehl über 1000 Euro Geldstrafe und vier Monaten Fahrverbot zugegangen. Dagegen legte er Einspruch ein. Sein Verteidiger begründet diese Maßnahme damit, dass sein Mandant auf den Führerschein angewiesen sei: „Ich weiß nicht, wem es etwas nützt, wenn der Angeklagte seinen Job verliert.“ Sein Mandant habe die Tat ja zugegeben. Er sei nicht vorbestraft und der Schaden sei mit knapp 1400 Euro auch nicht allzu hoch, so die Ansicht des Anwalts. Deshalb, so der Verteidiger, sehe er ein Fahrverbot als überflüssig an. Dem folgte der Richter nicht. Er behielt die Höhe der Geldstrafe bei und verringerte das Fahrverbot von vier auf drei Monate. Das aber auch nur deshalb, so seine Begründung, weil dem Angeklagten nach dem Vorfall die Fahrerlaubnis für nicht ganz einen Monat entzogen worden war. „Dass sie ohne Entziehung der Fahrerlaubnis davon gekommen sind, ist schon Entgegenkommen genug“, machte der Richter klar. Der Verteidiger kündigte an, in die zweite Instanz gehen zu wollen.

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