Wegen Fluchtgefahr in Haft genommen

Meinerzhagen - Als freier Mann war ein 33-Jähriger zu seinem Verfahren ins Amtsgericht Meinerzhagen gekommen, mit Handschellen verließ er den Sitzungssaal wieder. Denn: Wegen Fluchtgefahr wurde der Angeklagte sofort in Haft genommen, nachdem er zu insgesamt 16 Monaten Haft verurteilt worden war. Verantworten musste sich der Algerier wegen mehrerer Diebstähle. Drei Taten räumte er mit Hilfe eines Dolmetschers ein.

So klaute er am 19. April vergangenen Jahres in Meinerzhagen aus einem offenen Cabriolet eine Handtasche samt Geldbörse und Schlüssel. Weit kam er jedoch nicht. Zwei Zeugen hatten den Diebstahl beobachtet und den Angeklagten gestellt. Die Tasche ging vollständig an den Eigentümer zurück.

Knapp zwei Wochen später ging der Mann erneut auf Beutezug, schlug die Scheibe eines Meinerzhagener Fotogeschäfts ein. Alte Kameras und Objektive sowie ein PC-Monitor standen hinterher auf der Liste der gestohlenen Gegenstände.

Offensichtlich vom Erfolg der brachialen Vorgehensweise überzeugt, zerstörte der Angeklagte am 1. Januar dieses Jahres das Fenster eines Wohnhauses an der Himbergstraße. Zum Diebstahl kam es jedoch nicht, da der Angeklagte plötzlich Angst bekam, erwischt zu werden. Einen weiteren Vorwurf nach dem der 33-Jährige mit einem zweiten Mann in Lüdenscheid Sonnenbrillen im Wert von 260 Euro gestohlen haben soll, stritt der Angeklagte ab. Dieses Verfahren wurde schließlich im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe eingestellt. Für den Rest gab es zwei Entscheidungen.

Da der Diebstahl aus dem Cabriolet und der im Fotogeschäft zeitlich vor einem anderen Urteil begangen worden waren, konnten diese darin einbezogen werden. Und so wurden aus den am 4. November vergangenen Jahres ebenfalls wegen Diebstahls verhängten sechs Monaten auf Bewährung, mit den beiden neuen Taten zwölf Monate – ohne Bewährung. Zusätzlich gab es für den Einbruch in das Haus eine viermonatige Haftstrafe.

Da der Algerier im August 2014 nach Deutschland gekommen war und im selben Monat das erste von insgesamt vier Urteilen wegen Diebstahls kassiert hatte, kam für das Gericht keine Bewährung mehr in Frage. Zudem erließ der Vorsitzende einen Haftbefehl gegen den Angeklagten. Der hatte angegeben, seit zehn Jahren nicht mehr in seiner Heimat gewesen sondern von Land zu Land gereist zu sein. Dadurch habe er weder eine persönliche noch eine berufliche Bindung in Deutschland, weshalb eine Fluchtgefahr bestehe, begründete der Richter die sofortige Unterbringung in der JVA.

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