27-Jähriger angeklagt

„Entlastungszeuge“ enttarnt Lügengeschichte eines Meinerzhageners 

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Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde gegen den 27-Jährigen verhandelt.

Meinerzhagen – Wenn der eigentliche Entlastungszeuge einen Angeklagten als Lügner darstellt, kann auch ein Verteidiger nichts mehr ausrichten. Diese Erfahrung musste ein Anwalt im Amtsgericht Meinerzhagen machen.

Sein Mandant, 27 Jahre alt und in Meinerzhagen wohnend, war wegen Missbrauchs von Kennzeichen angeklagt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann entsiegelte Nummernschilder seines abgemeldeten Fahrzeugs an einem anderen Wagen angebracht, den er verkaufen wollte.

Dummerweise für ihn, kam es bei der Probefahrt am 18. August vergangenen Jahres auf dem Aldi-Parkplatz in Meinerzhagen zu einem Unfall. Die alarmierte Polizei bemerkte die falschen Kennzeichen sofort. 

Die Lügengeschichte:

Im Gericht gab der 27-Jährige an, nicht er, sondern ein Freund von ihm habe den Wagen verkaufen wollen und dafür die Nummernschilder des Angeklagten genommen. Der Freund habe gesagt, er melde das Auto mit den alten Kennzeichen an, erklärte der Meinerzhagener. 

Erst hinterher habe der Freund ihm gestanden, dass er die Anmeldung nicht geschafft hätte. Am 18. August sei er zwar vor Ort gewesen, er habe aber nur für den Freund den Schlüssel für die Probefahrt an den potenziellen Käufer übergeben. Um alles andere habe sich der Kumpel gekümmert, inklusive Telefongesprächen. 

Zunächst sagte im Gericht der damalige Interessent im Zeugenstand aus. Er berichtete, nur mit dem Angeklagten telefoniert zu haben. Der 27-Jährige habe vor der Probefahrt auch einiges zum Wagen erläutert. 

Angeklagtem wird es zu heiß

Der Verteidiger hielt dem entgegen, dass der Zeuge mit einem ganz anderen Mann, auch nicht dem Freund, gesprochen haben muss. Das könnte gar nicht sein, da es immer dieselbe Nummer gewesen sei, so der 19-Jährige. Unter der hatte er auch kurz vor dem Treffen mit dem Angeklagten kommuniziert.

Schließlich betrat besagter Freund, der den Angeklagten entlasten sollte, den Gerichtssaal. Doch statt die Aussage des 27-Jährigen zu bestärken bestätigte der Mann die Anklage. Er habe nichts damit zu tun, habe weder die falschen Nummernschilder angebracht noch Verkaufsgespräche geführt. 

Nun wurde es dem Angeklagten offenbar doch zu heiß. Zum Prozess gekommen war es, weil der Meinerzhagener wegen des Vorwurfes einen Strafbefehl über 2400 Euro erhalten und dagegen Einspruch eingelegt hatte. Nach den Zeugenaussagen nahm er den Einspruch im nun letzten Moment zurück.

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