Hund beißt Polizistin in die Wade

Meinerzhagen - Als der Kumpel seines Sohnes aggressiv wurde und die Wohnung nicht verlassen wollte, rief ein Mann aus Meinerzhagen die Polizei. Jetzt sah er sich dem Richter im Amtsgericht gegenüber und musste am Ende des Prozesses 150 Euro an die Staatskasse zahlen. Sein Hund hatte den 54-Jährigen auf die Anklagebank gebracht.

Am besagten Abend, es war der 9. Juli 2016, befand sich nicht nur der ungebetene Gast in der Wohnung des Mannes, sondern auch der elfjährige Familienhund des Angeklagten. Völlig aufgewühlt durch den Stress in der Wohnung, lief der Vierbeiner aufgeregt zwischen den Beteiligten umher. Beim Eintreffen der Polizei fühlte sich der Hund offenbar so gestört, dass er zubiss, und zwar in die Wade einer Polizistin. Das zog eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Hundebesitzer, also den 54-Jährigen, nach sich. Der erklärte vor Gericht, sich gar nicht mehr genau an den Abend erinnern zu können. Wo sein Hund gewesen sei, wisse er auch nicht. Geschuldet waren die Erinnerungslücken wohl einer Blutalkoholkonzentration von 2,5 Promille.

Auch bei der Beschreibung seines Vierbeiners tat sich der Mann etwas schwer. Das ist doch so ein Corgi, wie sie Queen Elisabeth II hat, entnahm der Richter der Akte. Nein, nein, so ein Hund sei sein Vierbeiner nicht, stellte der Angeklagte klar.

Schließlich betrat die Polizistin den Zeugenstand. Sie habe unzählige Male darum gebeten, den Hund aus dem Geschehen zu nehmen. Das sei aber nicht passiert. „Dann habe ich etwas an der Wade gespürt, hab den Hund an meinem Bein hängen sehen und ihn abgeschüttelt“, berichtete die 25-Jährige. Verletzt wurde die Frau bei der Attacke nicht: „Das war nur ein kleiner Hund. So einer wie ihn die Queen hat, wissen Sie? So ein Corgi“, wandte sich die Geschädigte direkt an den Richter. Bei diesen Worten schnellten beim Angeklagten die Augenbrauen hoch, einen weiteren Versuch, seinen Hund zu beschreiben, unterließ er aber.

Dem Tier sei gar kein Vorwurf zu machen, zeigte sich die Polizistin verständnisvoll. Er habe richtig reagiert, schließlich seien sie Eindringlinge in seinem Reich gewesen. Am Ende stellte das Gericht das Verfahren gegen den Meinerzhagener vorläufig gegen eine Zahlung von 150 Euro ein.

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