Ein Verfügungsfonds als Hilfe zur Selbsthilfe

Zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt wird der „Verfügungsfonds“ eingerichtet. - Foto: Beil

MEINERZHAGEN -   Geschlossene Einzelhandels-Geschäfte und leer stehende Ladenlokale. Auch in Meinerzhagen soll dieser Missstand verstärkt bekämpft werden.

Von Jürgen Beil

Die „Vitalisierung“ der Zentren ist deshalb auch ein wesentliches Ziel des Regionale 2013-Projekts „Oben an der Volme“. Dazu wurde ein „integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept“ erarbeitet, das in Meinerzhagen das Ziel verfolgt, die Urbanität der Stadt zu stärken und das Zentrum in der gesamten Region zu etablieren.

Maßnahmen zur Stärkung der Zentralität, Stabilisierung des Einzelhandels durch zusätzliche Angebote und die Schaffung eines lebendigen Zentrums durch Vielfalt, Gastronomie, dem „VolmeMarkt“ und Kultur in der Villa im Park sollen in Zukunft dazu beitragen. Als flankierende Maßnahme zu den baulichen Leitprojekten der Regionale kommt den „Interaktiven Prozessen“ mit „Quartiers- und Leerstandsmanagement“ sowie der Einrichtung eines Verfügungsfonds eine besondere Bedeutung zu.

Die Stadt Meinerzhagen beteiligt die Bürger, Gewerbetreibende und Eigentümer im betroffenen Gebiet auf besondere Art und Weise, um die Ziele des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts zu erreichen. In interaktiven Prozessen werden Planungskonzepte diskutiert und konkretisiert.

Das Engagement der Bürger soll unterstützt werden. Auf dieser Grundlage gewährt die Stadt Meinerzhagen mit dem Verfügungsfonds ein flexibles Budget, das relativ unbürokratisch für die kurzfristige Umsetzung kleiner Projekte, Aktionen und Maßnahmen genutzt werden kann. Die Vergabe der Mittel erfolgt auf Grundlage von Richtlinien.

Die Einrichtung des Verfügungsfonds ist Bestandteil des Regionale 2013-Projekts „Oben an der Volme“ und wird mit Mitteln der Städtebauförderung des Landes NRW und des Bundes unterstützt.

Mit dem Verfügungsfonds sollen kleine, nicht kommerzielle Projekte, Aktionen und Maßnahmen unterstützt werden, die im zentralen Versorgungsbereich des Zentrums Meinerzhagen liegen und einen inhaltlichen Bezug zur Stabilisierung, Erneuerung, Verbesserung und Vitalisierung des Zentrums haben, die einen Nutzen für die Allgemeinheit erwarten lassen, das Miteinander und das Engagement von Einzelpersonen, Gruppen und Vereinen und anderen Akteuren fördern und stärken, sowie die Kooperation untereinander und die privat-öffentliche Zusammenarbeit verbessern. Der Verfügungsfonds setzt sich zu 50 Prozent aus öffentlichen Finanzmitteln und zu 50 Prozent aus privaten Finanzmitteln zusammen. Über die Verwendung der Fondsmittel und die Umsetzung der Maßnahmen entscheidet ein lokales Gremium. Antragsteller können juristische und natürliche Personen sein. Ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung aus dem Verfügungsfonds ist schriftlich an die Stadt Meinerzhagen zu richten. Zuständige Stelle für Beratung, Antragstellung und Bearbeitung ist der Fachbereich 4, Technischer Service, Rathausgebäude 4, Bahnhofstraße 9, Meinerzhagen.

Aus dem Verfügungsfonds wird ein Budget von öffentlichen Mitteln in Höhe von 40 000 Euro bis zum 31. Dezember 2016 bereitgestellt, wenn private Mittel „Dritter“ in mindestens gleicher Größenordnung für die jeweilige Maßnahme nachgewiesen sind. Die maximale Zuwendungshöhe pro Projektantrag an den Verfügungsfonds wird auf 10 000 Euro begrenzt. Die Mittel sollen dem beantragten Zweck angemessen sein und wirtschaftlich verwendet werden.

Als Verwendungszwecke hier einige Beispiele: Auf Dauer herzurichtende Läden; Bepflanzung, Begrünung und Ausstattung der öffentlich nutzbaren Räume; Wirtschafts- und Ausstattungsgegenstände im Außenbereich wie Wetterschutzzelte und Stände für nicht gewerblich-kommerzielle Zwecke, Veranstaltungsequipment wie (mobile) Bühnen, Sitzgelegenheiten, Fahrradständer, Abfallbehälter, Wegweiser, Markierungen und mehr; Spielgeräte und Kunst im öffentlichen Raum; wiedereinsetzbare Materialien für die Bekanntmachung von Veranstaltungen, beispielsweise Monitore in Schaufenstern, insbesondere in leer stehenden Ladenlokalen oder im Quartiersbüro; Werbeanlagen an Gebäuden, Beleuchtung – auch saisonal –, Verschönerungsarbeiten in und an Gebäuden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare