Kräftiger Applaus für zwei neue Notfallseelsorgerinnen

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Nach dem Segensgebet überreichten die Geistlichen nicht nur lilafarbene Warnwesten, sondern halfen ihnen auch gleich hinein.

Meinerzhagen - „Das komplexeste, undurchschaubarste und verletzlichste des Menschen ist die Seele.“ Sich um sie zu sorgen, sei jedes Menschen Sache, sagte Pfarrer Thorsten Rehberg am Sonntag in seiner Predigt. Einige jedoch widmen sich ihrer ganz besonders. In der Messe in St. Martin wurden zwei von ihnen in ihr neues Amt als Notfallseelsorgerinnen beauftragt und entsendet.

Dr. Verena Welschof und Dr. Barbara Wüst absolvierten im vergangenen Jahr gemeinsam mit 23 weiteren Personen die zentrale ökumenische Ausbildung in Iserlohn. „Sie sind eine echte Bereicherung für das System“, sagte Diakon Ulrich Slatosch aus Altena.

Der Beauftragte für Seelsorge im Feuerwehr- und Rettungsdienst des Bistums Essen entsendete die beiden Meinerzhagenerinnen mit einem Segensgebet.

Als Ärztinnen bringen beide neben der religiösen und theologischen Verbundenheit auch die berufliche Kompetenz für dieses Amt mit, das sie im Bereich Meinerzhagen und Valbert ausüben werden.

Notfallseelsorger werden in außergewöhnlichen Todesfällen und wenn eine kirchliche Betreuung gewünscht wird von den Rettungsdiensten alarmiert. „Sie kommen dann nicht mit der Bibel, sondern schauen, was dieser Mensch, der betroffen ist, jetzt braucht“, so Ulrich Slatosch.

„Es tut gut, wenn jemand kommt, der einem in einer so schwierigen Situation beisteht.“ Pfarrer Rehberg bezeichnete sie als einen „Schatz, an dem wir teilhaben dürfen.“ Die Notfallseelsorge sei das schwierigste und zugleich dankbarste Amt, das es gebe.

„Sie sind verfügbar und abrufbar, um von jetzt auf gleich in die schlimmsten menschlichen Tragödien hineingezogen zu werden und Beistand zu leisten.“ Er sprach ihnen seinen Dank aus, „im Bewusstsein, dass man für solche Menschen gar nicht genug danken kann“.

Nach dem Segensgebet überreichten die Geistlichen nicht nur lilafarbene Warnwesten, sondern halfen ihnen auch hinein. „Und wenn Sie jetzt meinen: ,Typisch Mann, der hat die falsche Größe ausgesucht’, dann lassen Sie sich gesagt sein, dass es diese Westen nur in Einheitsgröße gibt“, brachte Rehberg die Gemeinde zum Schmunzeln, ehe sie die beiden frisch beauftragten Notfallseelsorgerinnen mit kräftigem Applaus bedachte. - tell

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