Kleine historische Exkursion durch Meinerzhagen

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Frank Brüggendieck, Holger Weyland und Uli Beaupain (von links) präsentieren das Buch, das jetzt vom Heimatverein und der Vereinsinitiative herausgegeben wurde und das ab sofort erhältlich ist.

Meinerzhagen - Zu einer kleinen historischen Exkursion durch Meinerzhagen lädt ein Buch ein, das jetzt von der Vereinsinitiative und dem Heimatverein herausgegeben wurde. Holger Weyland hat dafür Fakten und Dönekes zu interessanten Häusern und ihren noch interessanteren Bewohnern im Zentrum der Volmestadt zusammengetragen, die er dem Leser auf 155 Seiten vorstellt.

Die Idee zu diesem Buch hat sich mit der Bilderwerkstatt des Heimatvereins entwickelt, die seit 2013 in den Räumen der Vereinsinitiative stattfindet – zunächst in der Villa im Park, heute in der kleinen Kneipe an der Stadthalle. Das Interesse der Meinerzhagener an den monatlichen Veranstaltungen stieg kontinuierlich und viele brachten alte Bilder, Fotos, Dokumente und Informationen mit, die sie zuhause aufgestöbert hatten, um sie dem Heimatverein zur Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Besonders groß war die Beteiligung, als es um das Zentrum Meinerzhagens ging, wo auch Holger Weyland aufgewachsen ist. Mit den vielen einmaligen Fotos aus „seinem Revier“, die auch Eingang in das Buch fanden, kam die Erinnerung an zahlreiche Geschichten, die sich dort zugetragen hatten. Damit diese nicht endgültig in Vergessenheit geraten, kam Weyland schließlich dem Wunsch einiger älterer Mitbürger nach, sie schriftlich festzuhalten.

Dabei konnte er auch auf umfangreiches Archivmaterial zurückgreifen, das er bei seiner Arbeit für Bürgerradio und Bürgerfernsehen gesammelt hatte, das sich ebenfalls über 20 Jahre immer wieder intensiv mit der lokalen Geschichte und der hiesigen Jugendkultur beschäftigt hatte. „Zahlreiche Textpassagen basieren auf Moderationstexten und Interviews, die von mir in Originalsprache festgehalten wurden“, erläutert Holger Weyland. Und weiter: „Ich bin froh, dass ich so viele engagierte Meinerzhagener noch kennengelernt habe. Und es ist schon etwas Besonderes, dass die Betroffenen – teilweise schon längst verstorben – in diesem Buch selbst zu Wort kommen, was aus den verschiedenen Perspektiven ein interessantes und authentisches Bild jener Tage widerspiegelt.“

Mit seinen Erzählungen beleuchtet Holger Weyland auch die Sozialisation von Meinerzhagener Kindern und Jugendlichen in der Nachkriegszeit. Er berichtet von den Revieren der Banden und Cliquen in den 1950er Jahren. Von Not und Elend mit kargen Lebensbedingungen in beengtem Wohnraum und Barackenunterkünften, und wie die Heranwachsenden sich ihren Freiraum in der Natur suchen, vor allem im verwilderten Schmiemicke-Park (heute Volkspark), wo in den Teichen Forellen mit der Hand gefangen werden, um den ständigen Hunger zu stillen, oder wo zum Teil derbe Streiche ausgeheckt und auch erste Kontakte zum anderen Geschlecht geknüpft wurden.

Das Buch ist ab sofort bei der Meinerzhagener Zeitung an der Hauptstraße 42, bei der Buchhandlung Schmitz in der Fußgängerzone Zur Alten Post, oder am Donnerstag ab 19 Uhr im Rahmen der Bilderwerkstatt erhältlich, die sich diesmal mit dem Winter in und um Meinerzhagen beschäftigt. Außerdem am Freitag und Samstag bei der Vereinsinitiative, die an beiden Tagen von 14 bis 20 Uhr zu einer Buchparty in die gerade frisch renovierten Räume in der Stadthalle einlädt mit Gesprächen, Musik, Getränken und einem kleinen Imbiss.

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