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Tätowierer rechnen mit drastischen Einschränkungen 

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Von: Dominic Rieder

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Dirk Thomas ist Inhaber des Tattoo- und Piercingstudios Lochwerkstatt an der Mühlenbergstraße.
Dirk Thomas ist Inhaber des Tattoo- und Piercingstudios Lochwerkstatt an der Mühlenbergstraße. © Dominic Rieder

Tattoos sind seit jeher ein beliebter Körperschmuck.

Meinerzhagen – Auch in Meinerzhagen gibt es seit September wieder die Möglichkeit, sich sein Wunschmotiv stechen zu lassen. An der Mühlenbergstraße 4 haben Dirk und Sandra Thomas das Tattoo- und Piercingstudio Lochwerkstatt eröffnet.

Allerdings werden sie nun schon bald mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen haben. Denn am 4. Januar 2022 tritt die sogenannte Reach-Verordnung der EU in Kraft, die die Verwendung eines Großteils der Tattoo-Farben verbietet. Anlass sind Konservierungs- und Bindemittel. Die sind häufig in den Farben enthalten und sollen krebserregend sein. Entsprechend dürfen sie nur noch in sehr geringem Maße Bestandteil der Farben sein. Zudem warnt das Bundesinstitut für Risikobewertungen vor gesundheitlichen Folgen wie Infektionen, Entzündungen, Narben und Allergien sowie Langzeitnebenwirkungen.

Farbige Motive beliebt

Das Problem sowohl für Tätowierer wie auch für Tattooträger: Farbliche Motive sind sehr beliebt, werden häufig gewählt. Entsprechend bringt die „Reach-Verordnung“ deutliche Einschränkungen mit sich.

Für Dirk Thomas ist die Maßnahme der EU schwierig nachzuvollziehen. „Es geschieht auf Verdacht“, kritisiert der Inhaber des Tattoostudios Lochwerkstatt. Er habe noch nie von Fällen gehört, bei denen es zu Krebs oder andere schweren Krankheiten gekommen sei, macht Dirk Thomas deutlich. „Wir fragen uns, warum es diese Verordnung gibt.“ Außerdem: Gehe es beispielsweise um Nikotin oder Alkohol, könnten die Leute ja auch selbst entscheiden. „Und Informationen über Risiken bekommen die Kunden bei uns ohnehin schon immer“, erklärt er.

Angenommen wird das in der Volmestadt erst vor knapp anderthalb Monaten eröffnete Geschäft positiv. Die Resonanz sei gut, wie Dirk Thomas berichtet. Zudem geht auch das Einzugsgebiet deutlich über die Stadtgrenze hinaus. Tattoostudios im näheren Umkreis sind kaum zu finden.

Suche nach Alternativen

Gleichwohl: Die Reach-Verordnung bereitet natürlich Sorgen. „Ich hoffe sehr, dass wir Alternativen finden“, sagt Dirk Thomas mit Blick auf die Farben-Problematik. Hoffnung macht aber, dass es Unternehmen gibt, die bereits daran arbeiten, Farben zu entwickeln, die mit der Reach-Verordnung vereinbar sind. „Wir sind schon guter Dinge, dass es nächstes Jahr reach-konforme Farben geben kann.“

Zudem setzen sich Tätowierer und ihre Kunden und Unterstützer mittels der EU-Petition „Save the pigments“ für ihre Interessen ein. Die Online-Petition hat bereits mehr als 120 000 Unterzeichner.

Der 4. Januar 2022 ist nicht mehr allzu weit, ab dann gilt die Reach-Verordnung. Immerhin: Bis dahin sei der Terminkalender im Tattoostudio Lochwerkstatt schon recht gut gefüllt, berichtet Dirk Thomas. Allerdings, so betont er, es seien auch auf jeden Fall noch Kapazitäten vorhanden.

Dem Stechen eines Tattoos geht immer ein persönliches Gespräch voraus. Termine hierfür können telefonisch unter der Rufnummer 0 23 54 / 9 39 91 75 vereinbart werden.

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