Stimmung an Bigge und Lister auf dem Tiefpunkt

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Verbandsvorsteher Christian Pospischil und Geschäftsführerin Imke Grotelüschen können die Kritik an der Arbeit des Tourismusverbands nicht nachvollziehen.

Meinerzhagen - Der im Rat beschlossene Austritt Meinerzhagens aus dem Tourismusverband Bigge-/Listersee sorgt in den übrigen Anliegerkommunen der Seen für Irritationen.

Kurz vor der Zweckverbandsversammlung im Meinerzhagener Ratssaal nahmen am Donnerstag Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil als Zweckverbandsvorsteher und Geschäftsführerin Imke Grotelüschen Stellung zu den Vorwürfen, die allen voran Bürgermeister Jan Nesselrath am Montag geäußert hatte.

Wie berichtet, warf er den Verantwortlichen im Zuge einer personellen Neubesetzung mangelhafte Kommunikation vor. Zudem hinterfragte er den Nutzen des Verbands für die Stadt Meinerzhagen, die nach seiner Aussage mehr als 25.000 Euro pro Jahr in die Mitgliedschaft investieren müsse. Beide Kritikpunkte wollen Christian Pospischil und Imke Grotelüschen so allerdings nicht stehen lassen.

Zum einen sind da die Kosten: Sowohl Grotelüschen als auch Pospischil verweisen auf den Haushalt 2016, der für Meinerzhagen eine Belastung von 20.430 Euro vorsieht. Und auch eine „stiefmütterliche Behandlung“ Meinerzhagens seitens der großen Kommunen Olpe und Attendorn sehen sie nicht. „Die Aufteilung der Anteile bedeutet nicht, dass wir in Olpe oder Attendorn viermal so viel tun wie in Meinerzhagen oder Drolshagen“, sagte Christian Pospischil. Zum Hintergrund: Während Olpe und Attendorn als flächengrößte Anlieger mit jeweils 40 Prozent an der Umlage für den Zweckverband beteiligt sind, betragen die Anteile Meinerzhagens und Drolshagens jeweils nur zehn Prozent.

Hinweis auf Gleichbehandlung

„Unser Anliegen ist es, alle Kommunen gleichmäßig zu vermarkten und man sieht ja auch an den Arbeitsergebnissen, dass es keinen Unterschied gibt“, betont der Attendorner Bürgermeister. So bilde das Gastgeberverzeichnis – wenn auch je nach Rücklauf der einzelnen Beherbergungsbetriebe – sämtliche Städte im Verband ab und auch der Bigge-Lister-Radring oder die Informationen zum „Natur-Erlebnisgebiet Biggesee-Listersee“ verdeutlichten eine faire Verteilung der Inhalte. Geschäftsführerin Imke Grotelüschen macht sich indes Sorgen um die künftige Vermarktung des Radrundweges, „die ohne eine Beteiligung Meinerzhagens natürlich problematisch ist“. Schließlich führt ein Teil der Route auch durch Windebruch und Valbert.

Hinsichtlich des Vorwurfs, eine Personalie nicht hinreichend unter den vier Städten kommuniziert zu haben, hob Christian Pospischil die Notwendigkeit der Ausschreibung hervor: Demnach musste für die Assistentin der Geschäftsführung die Nachfolge geregelt werden, „die meiner Meinung nach nie außer Frage stand“, sagte der Verbandsvorsteher in der Redaktion der Meinerzhagener Zeitung. „Wenn man nur zwei Angestellte hat, war das für uns eigentlich nie ein Thema.“ Denn bei Sitzungen, Krankheit oder Urlaub der Geschäftsführerin könne die Arbeit nicht einfach liegen bleiben. „Wir haben im August noch ein anderes Modell mit Abordnungen geprüft, mussten das aber fallen lassen, da es nicht realisierbar ist. Um dann zeitnah eine Nachfolgerin einstellen zu können, haben wir uns für eine Neubesetzung entschieden“, erinnert sich Pospischil. Darüber sei dann bei der Verbandsversammlung im September abgestimmt worden – mit einem klaren Votum für die Stellenausschreibung.

„Begründung ist für uns nicht nachzuvollziehen“

Eine „Rettungsaktion“, um Meinerzhagen im Zweckverband zu halten, plant Christian Pospischil indes nicht, wie er auf Nachfrage der MZ erklärte: „Wir werden nun erst einmal abwarten, ob das Gespräch von Meinerzhagener Seite gesucht wird. Dort sollte man formulieren, welche Interessen man mit einer Mitgliedschaft im Tourismusverband denn genau verfolgt. Die zuletzt geäußerte Begründung für einen Austritt ist für uns nicht nachzuvollziehen.“

Lesen Sie dazu auch:

Rat beschließt Haushalt – und Abschied aus Bigge-/Listersee-Verbund

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