Verbandsversammlung des Schulverbandes

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Verbandsversammlung: Auf dem Foto von links Erhard Pierlings, Marie-Luise Linde, Schriftführer Busch, Günther Barth und Konrektorin Anette Kulosa-Regh. J

MEINERZHAGEN ▪ Abzuhandelnde Formalien standen zunächst auf der Tagesordnung bei der Sitzung der Verbandsversammlung des Schulverbandes für die Verbundschule Volmetal – Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, soziale und emotionale Entwicklung.

Gegenstand der Erörterungen war zunächst der Prüfungsbericht der Gemeindeprüfungsanstalt NRW, über dessen Inhalt nebst Empfehlungen der Rechnungsprüfungsausschuss im Juli beraten hatte. Die Ergebnisse dieser Beratungen stellte der Rechnungsprüfungsausschussvorsitzende vor; sie fanden ebenso die Zustimmung der Versammlung wie der Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2010. Es folgte die vorbehaltlose Entlastung des Verbandsvorstehers Erhard Pierlings.

In der vorgelegten Fassung beschlossen wurden zudem Haushaltssatzung und -plan für das Jahr 2012 sowie eine aufgrund veränderter gesetzlicher Regelungen erforderliche Satzungsänderung. In diesem Zusammenhang wurde die Satzung auch redaktionell überarbeitet und unter Mitwirkung der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinden Meinerzhagen und Kierspe geschlechterneutral formuliert.

Sodann leitete die Vorsitzende Marie-Luise Linde zum Tagesordnungspunkt „Sachstand Inklusion“ über. Hierzu gab Schulleiter Günther Barth seinen Bericht. Zunächst informierte er über steigende Schülerzahlen. Diese neue Entwicklung entstehe durch Zuzug von außen, mit Kindern, die „seit langem einen erhöhten Förderbedarf haben“. „Inklusion ist ein Menschenrecht“, verwies er auf die UN-Behindertenkonvention. „Das haben wir umzusetzen, auch an den allgemeinen Schulen. In heterogenen Schulgruppen die Chancen für die Schwächeren zu erhöhen, sei eine gesellschaftliche und zugleich eine Generationenaufgabe.

Die Integration von Behinderten müsse bereits in der frühkindlichen Betreuung beginnen und in der Arbeitswelt ihre konsequente Fortsetzung finden. Die Inklusion sei ein langwieriger Prozess und die Regeln noch in Arbeit, betonte Pierlings. In dem noch laufenden Verfahren gehe es im Kern um die Frage, ob und wann künftig Förderschulen der Förderschwerpunkte Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache auslaufen sollen. „Die Dinge sind im Fluss, und es ist noch zu früh, sich da zu positionieren.“ Das Ziel, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam aufwachsen und lernen sollen, sei eindeutig; es gebe aber noch unterschiedliche Interessen.

Marie-Luise Linde sprach individuelle Schwierigkeiten betroffener Kinder an: „Die sehe ich auch.“ Ungewiss sei zudem, welche Kosten auf die Kommunen zukämen. Eine Zusammenlegung und damit Vergrößerung der Förderschulen sei auch kostenträchtig. Für den Bestand der Schule Volmetal als ausgewiesenes Kompetenzzentrum – das erste in NRW – mit überaus engagiertem Schulleiter und ebensolchem Kollegium drückte Erhard Pierlings Zuversicht aus. Er sehe die Schwierigkeiten auch, bekräftigte Schulleiter Günther Barth. „Ein Übergangsprozess wird notwendig sein. Das, was wir für einen guten Übergang leisten können, werden wir tun!“

Von Erna Schmidt

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