Pastor Ludwig Opahle verlässt „sein“ Valbert

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Der festliche Gottesdienst zum Weihejubiläum wurde auch von Pastor Thorsten Rehberg (links) gestaltet.

Valbert - Pastor Ludwig Opahle wird seine katholische Kirchengemeinde in Valbert verlassen.

Das wurde am Pfingstmontag bekannt – an dem Tag, als der Priester im Kreise seiner Gemeinde eigentlich „nur“ sein 25-jähriges Weihejubiläum feiern sollte. Der 65-jährige Opahle wird – wie er der MZ mitteilte – auf Wunsch von Bischof Franz-Josef Overbeck nach Essen-Steele entsendet und dort in dem Haus der „Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung“ als Pastor im besonderen Dienst eingesetzt. Künftig wird er auch in der Einrichtung wohnen.

„Ich möchte dort einen altersgemäßen Dienst versehen. Zuvor hatte ich ein sehr gutes, geschwisterliches Gespräch mit dem Bischof. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich in Valbert bleiben kann. Die Veränderung in meinem Leben habe ich bisher noch nicht so ganz realisiert. Ich habe es noch nicht begriffen, aber ich muss gehorchen“, nahm Opahle Stellung.

Wiederbesetzung der Stelle nicht absehbar

Für Pastor Thorsten Rehberg von der heimischen Großgemeinde St. Maria Immaculata ist es derzeit nicht absehbar, dass Opahles Stelle in Valbert wieder besetzt wird. Er selbst werde wohl jetzt dort aktiv werden, teilte er gestern mit.

Opahles Abschied im Rahmen seines Weihejubiläums am Sonntag war durchaus bewegend. Dabei blickte der Seelsorger vor der Gemeinde auf sein Leben zurück: „Dass ich Priester geworden bin, ist ein Wunder“, sagte er. Seine Entlassung in den Ruhestand wurde mit einem beeindruckenden Festakt in der katholischen Kirche St. Christophorus unter großer Beteiligung gefeiert. „Ich bin gerne Priester, denn meine Aufgabe ist es immer gewesen, die Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen“, führte Opahle in seiner Abschiedsansprache aus.

Der festliche Gottesdienst wurde von Pastor Thorsten Rehberg und Pastor Gregor Myrda gestaltet. Rehberg ging in seiner bewegenden Ansprache noch einmal auf den Werdegang von Pastor Opahle ein und betonte, dass Leben Bewegung und Veränderung bedeute. So beginne für Opahle jetzt der Ruhestand. „Doch dort wo du hingehst, wirst du keine Ruhe finden, aber es wird eine schöne Zeit werden“, so Rehberg.

Dass der scheidende Geistliche ein großes Herz für Kinder hat und in der Gemeindeoffenbar sehr beliebt ist, zeigten ihm an diesem Tag nicht nur Gemeindemitglieder mit ihrer Teilnahme am Gottesdienst, auch die Kinder des katholischen Kindergartens sangen für ihn ein Lied und übergaben ihm mit einem Modell einer Dampfeisenbahn ein ganz besonderes Geschenk.

Im Anschluss an den Gottesdienst sprach auch der stellvertretende Bürgermeister Volkmar Rüsche dem Pastor den Dank und die Anerkennung von Rat und Verwaltung der Stadt aus. Der Bürgermeister-Stellvertreter betonte, dass Opahle in den sieben Jahren, die er in Valbert gewirkt habe, ein besonders vertrauensvolles Verhältnis zu den Kindern entwickelt habe.

„Die Gemeinde ist nun verwaist“

Lobende und sehr emotionale Worte gab es auch von Dominik Busch, dem Vorsitzenden des heimischen Schützenvereins. Er ging besonders auf die große Begeisterung ein, die Ludwig Ophale dem Schützenwesen im Ort entgegenbrachte. „Wenn du uns jetzt verlässt, dann ist das ein Schuss auf die Scheibe des Lebens“, führte Busch aus.

Ingrid Becker sprach für die Gemeinde und ging in ihrer Laudatio auf die Sommerfreizeiten ein, die auf Initiative von Pastor Opahle eingeführt wurden und die in diesem Jahr ohne seine Beteiligung stattfinden werden. Sein Engagement in der Gemeinde habe ihm in all den Jahren Respekt eingebracht, so Ingrid Becker. „Er macht das Bild eines volkstümlichen Priesters perfekt.“

Als Andenken an die Gemeinde und als Geschenk übergab Becker gemeinsam mit Pfarrer Rehberg dem Jubilar einen Schaukelstuhl. Dass Ludwig Opahle die Gemeinde nun verlässt, sei auch deshalb traurig, da die Gemeinde nun verwaist sei, so Becker. „Wenn es uns nicht gelingt, einen Pfarrgemeinderat auf die Beine zu stellen, dann wird die Gemeinde aufgelöst und die Kirche ist in Gefahr.“ So hoffe sie, dass sich genügend engagierte Menschen für die Gemeinde finden. „Diese Kirche ist es wert, erhalten zu bleiben“.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den Chor der katholischen Kirche. Der intonierte auch einige Lieder auf dem anschließenden Gemeindefest, zu dem sich die Gottesdienstbesucher, aber auch viele andere Mitglieder aus der Gemeinde eingefunden hatten. Für die Kinder waren viele verschiedene Spielmöglichkeiten vorbereitet und auch eine Hüpfburg gehörte dazu. Im Laufe des Nachmittags unterhielten auch die Gruppen „Valberta Musica“ und „Music with friends“ die zahlreichen Gäste.

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