Bewohner und Angestellte der Senioreneinrichtung geimpft

Herbeigesehnt: Impf-Start im Langemann-Haus

Bewohnerin Regina Schnepper hatte überhaupt keine Angst vor der Schutzimpfung gegen Covid-19, die bei ihr von der Medizinischen Fachangestellten und Ersatzversorgungsassistentin Gaby Wehner aus der Ebbepraxis in Valbert vorgenommen wurde.
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Bewohnerin Regina Schnepper hatte überhaupt keine Angst vor der Schutzimpfung gegen Covid-19, die bei ihr von der Medizinischen Fachangestellten und Ersatzversorgungsassistentin Gaby Wehner aus der Ebbepraxis in Valbert vorgenommen wurde.

Es ist vollbracht. Mittwochmorgen wurden in Meinerzhagen die ersten Menschen mit „Comirnaty“, dem Vakzin von Biontech/Pfizer gegen Covid-19, geimpft.

Meinerzhagen – Dazu war der Valberter Allgemeinmediziner Peter Nolte von der Ebbepraxis an der Ebbestraße 14 ins Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße gekommen. 140 Impfdosen waren hier angeliefert worden, genug für alle impfwilligen Bewohner der Senioreneinrichtung und die Angestellten.

Große Impfbereitschaft

„Bei unseren Bewohnern war die Impfbereitschaft groß, nur wenige haben abgesagt. Im Kreise der Mitarbeiter gab es schon einige Skeptiker, aber auch hier wurde geimpft“, freute sich Einrichtungsleiterin Ingrid Papst über die Aktion, die jetzt auch dafür sorgen soll, dass wieder ein Stück Normalität ins Haus einzieht. Und sie hatte gleich noch eine gute Nachricht zu vermelden, nämlich den rapiden Rückgang was Quarantäne und Infektionszahlen im Haus angeht: „Eine Mitarbeiterin ist noch betroffen, sie soll morgen wieder aus der Quarantäne zurückkehren. Und ein Bewohner ist noch infiziert, er befindet sich im Krankenhaus.“

Senioren ohne Impf-Angst

Unter denen, die sich unbedingt immunisieren lassen wollten, war auch die 93-jährige Bewohnerin Anneliese Kappes. Vor dem „Piks“ war sie guten Mutes: „Angst habe ich überhaupt nicht. Mich impfen zu lassen, das war für mich nie eine Frage. Das bringt doch Sicherheit. Ich vermisse schon die Veranstaltungen im Haus. Früher wurde jeden Nachmittag etwas angeboten, durch Corona geht das jetzt nicht mehr im großen Rahmen. Um mehr Abwechslung zu haben, bin ich während der Pandemie sogar durch den Garten gegangen und habe den Figuren dort Namen gegeben. Aber jetzt gibt es wieder Hoffnung.“

Ähnlich dachte am Mittwoch auch Mitbewohnerin Regina Schnepper (74): „Das ist doch wie eine Grippeimpfung. Die habe ich immer gut überstanden. Und wenn ich immun bin, kann ich endlich auch wieder Verwandte besuchen, wie meine Nichten. Auch sonst fehlt mir vieles, zum Beispiel die Gemeinschaftsveranstaltungen im großen Saal und das Sport- und Gedächtnistraining in großer Runde.“

Vorbildliche Infrastruktur

Arzt Peter Nolte und sein Team hatten also alle Hände voll zu tun. Dabei konnten sie auf die Infrastruktur zurückgreifen, die Ingrid Papst und ihre Mitarbeiterinnen vorbildlich vorbereitet hatten: Im Untergeschoss war eine Einbahnstraße eingerichtet, welche die Impf-Kandidaten zu durchlaufen hatten. Nach dem Aufenthalt im Wartebereich ging es zum Aufklärungsgespräch bei Mediziner Peter Nolte. Anschließend stand die Medizinische Fachangestellte und Ersatzversorgungsassistentin Gaby Wehner mit der Spritze bereit. Im Beobachtungsaum, in unmittelbarer Nähe zum Arzt Peter Nolte, verbrachten die Geimpften dann eine halbe Stunde. Anschließend konnten sie in ihre Zimmer beziehungsweise auf die Stationen zurückkehren.

Anlieferung in Kühlboxen

Und auch für den empfindlichen Impfstoff war alles vorbereitet. Ingrid Papst erläutert das Procedere: „Der Impfstoff wurde in Kühlboxen angeliefert. Er hält sich nach offiziellen Angaben bis zu 120 Stunden im Kühlschrank, wo wir einen Datenlogger installiert haben, um sicherzustellen, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Aus der Kühlung genommen, wird der Impfstoff auf Zimmertemperatur gebracht und dann verimpft. Zur Zubereitung haben wir einen eigenen Raum bereitgestellt.“

Hoffnung auf „normale Verhältnisse“

Allgemeinmediziner Peter Nolte ist ein Befürworter der Covid-19-Impfung. Er kritisiert, dass mit den Zahlen, die im Zusammenhang mit der Pandemie täglich veröffentlicht werden, Angst und Schrecken verbreitet werde. „Dabei wird nicht bedacht, dass es sich bei positiv Getesteten oft um Virusträger handelt, die zwar nicht ungefährlich sind, aber eben keine Infizierten. Damit will ich die Erkrankung natürlich nicht verharmlosen. Aber durch die Impfungen können wir zu normalen Verhältnissen zurückkehren, womit ich etwa im April oder Mai rechne, und die Spaltung der Gesellschaft und den Unfrieden beenden.“

Die Impf-Priorisierung von Bewohnern der Senioreneinrichtungen hält er für absolut richtig. „Besonders Lungen- und Herzkranke sind hoch gefährdet“, weiß er. Dass die Schulen und Kitas weiter geschlossen bleiben, findet Noltes Zustimmung. Volle Schulbusse beispielsweise seien ein Risiko. Und die Senioreneinrichtungen, so Nolte weiter, seien zu spät geschützt worden.

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