Vandalismus an der Südumgehung

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Valko Gerber ist sauer: Der Vandalismus an der Südumgehung ist nicht zu stoppen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Valko Gerber ist sauer. Schon wieder gibt es Ärger an der Südumgehung. 185 Pflanzen hatten die Mitarbeiter des Baubetriebshofs in den vergangenen Wochen gepflanzt. Die Stadt wollte mit der Aktion Ruhe in den Streit um die Straße bringen, denn eigentlich wäre die Pflanzung Aufgabe von Straßen NRW. Nun verbringen die Mitarbeiter Stunden mit der Pflege der Pflanzen, denn Unbekannte reißen die Pflanzen heraus oder entfernen die Rankhilfen.

Wochenlang war um die Begrünung der Südumgehung gestritten worden, sogar NRW-Umweltminister Johannes Remmel kam zum Ortstermin. Nun endlich ein erster Fortschritt: Die Stadt pflanzte entlang des Abschnittes zwischen den beiden Kreisverkehren Efeu, Kletter-Hortensien und Wilden Wein. Alle zwei Meter wurde eine Pflanze gesetzt. 4000 Euro kostete die Aktion. Umso größer der Ärger: „30 Pflanzen sind bereits verschwunden, andere liegen abgeknickt auf dem Bürgersteig oder die Bambusstäbe wurden entfernt, so dass die Pflanzen nicht in die richtige Richtung wachsen“, erzählt Gerber. Der Diplom Agrar Ingenieur kennt diese Probleme bereits. Er betreut alle Tiefbauprojekte der Stadt die in irgendeiner Weise mit Grün zu tun haben: „Wir kennen das Problem, dass Neuanpflanzungen mutwillig zerstört werden. Aber hier ist es besonders ärgerlich.“ In den vergangenen beiden Wochen musste der Baubetriebshof ständig ausrücken, um die Schäden zu beheben. Insgesamt vier Stunden. „Der Betriebshof berechnet 33 Euro die Stunde, hinzu kommen der Verlust der Pflanzen sowie die Beschädigungen der noch bestehenden Pflanzen“, so Gerber.

Seit Monaten beschweren sich die Anwohner an der Südumgehung über die kahlen, grauen Wände, diese sollten längst begrünt sein. Um dem Ärger entgegen zu wirken beschloss die Stadt mit der Begrünung Ruhe in den Konflikt zu bringen. „Allerdings geht das nur in diesem Bereich. Hinter dem Kreisverkehr wurde der Bürgersteig bis unmittelbar an die Wand gepflastert, sodass dort eine Begrünung nicht so einfach umzusetzen ist.“ Auf beiden Seiten der Wand wurden Pflanzen gesetzt. „Auffällig ist, dass auf Seite der Häuser keine einzige Pflanze beschädigt ist“, so Gerber. Der Ingenieur geht davon aus, dass die Pflanzen von Jugendlichen raus gerissen werden. „Die Anwohner selbst werden es nicht machen, sie sind schließlich froh, dass endlich Bewegung in die Sache gekommen ist.“

Bereits drei bis vier Stunden nachdem die Pflanzen wieder eingepflanzt wurden, liegen sie wieder auf dem Bürgersteig. „Ich wollte nachschauen, ob die Arbeit korrekt ausgeführt ist, als ich nur wenige Minuten nach Fertigstellung an der Südumgehung ankam, lagen bereits die ersten Bambusstäbe auf der Straße“, erinnert sich Gerber.

Frustrierend sei für Gerber, dass die Aktion einem Kampf gegen Windmühlen gleiche. Ein Ende des Vandalismus sei nicht in Sicht. „Es ist so schade, wir als Stadt bemühen uns unseren Bürgern etwas zu bieten und es wird einfach wieder zerstört. Das ist nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch enttäuschend für all diejenigen die an dem Projekt beteiligt sind.“ Denn der Ärger an der Südumgehung sei kein Einzelfall. Auch auf Spielplätzen und anderen öffentlichen Plätzen sei Vandalismus mehr und mehr ein Thema.

Die Stadt behält sich nun vor, den Schaden zur Anzeige zu bringen. „Erwischen wir einen der Täter, werden wir ihm die Gesamtkosten in Rechnung stellen, schließlich ist davon auszugehen, dass er auch die anderen Pflanzen rausgerissen hat.“ Zudem erwarte den Täter eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Die Anwohner sind aufgefordert die Augen nach den Tätern offen zu halten.

Von Lydia Machelett

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