Vandalismus in der Hültekanne

Der Händetrockner wurde von der Wand gerissen, der Wasserhahn verbogen.

VALBERT ▪ Regelmäßig hebt im Ebbedorf ein großes Wehklagen an. Nämlich dann, wenn die „Hültekanne“ – wieder mal – wegen Geschäftsaufgabe geschlossen ist. Händeringend wird ein neuer Pächter gesucht, der das traditionelle Vereinslokal am Leben erhalten soll. Mit der Übernahme durch Ingrid Hellmanns vor neun Monaten scheint ein solcher gefunden.

Und nun das: Im Nachgang zum Weihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag wurde das Lokal Schauplatz übelsten Vandalismus'. Der Boden in sämtlichen Räumen großenteils von Glasscherben übersät, Tischdecken wurden in Bierlachen getunkt oder in die Ecken geschleudert, Kerzen der Adventsdeko samt und sonders abgebrannt, mit gläsernem Christbaumschmuck Fußball gespielt. Auf der Herrentoilette ist der Handtuchhalter aus der Wand gerissen und der Wasserhahn abgeknickt, sodass das Wasser nun direkt aus der Leitung sprudelt. Biergläser fanden sich auch hier; entweder als Leergut zerdeppert oder mit Urin aufgefüllt. Etwa sechs sportliche Kontrahenten im jugendlichen Erwachsenenalter lieferten sich im engen Flur zum Saal eine handfeste Auseinandersetzung, die zu schlichten der Wirtin nicht möglich war. „Die haben ja keinen Respekt und pöbeln noch 'was willst Du denn'.“ In Sorge auch wegen der Verletzungsgefahr wurde die Polizei gerufen.

„Es wurde eine ganze Stiege Gläser zerschlagen“, ist Ingrid Hellmanns fassungslos und geschockt. „In 25 Jahren Gastronomie habe ich so was wie hier noch nicht erlebt. Wir haben überwiegend ältere Gäste, und die sind offenbar mit unserem Angebot an gutem Essen und gepflegten Getränken hochzufrieden. Mit den Öffnungszeiten von morgens 10 bis 14 Uhr und nach der Mittagspause von 17 Uhr bis Mitternacht sind aber wohl nicht alle glücklich“, räumt sie ein. Etliche Thekensteher erwarteten wohl ein selbstbestimmtes Open-End am Tresen. „Das können meine Tochter Gabi und ich aber allenfalls bei Feiern leisten“, sieht sie das Handikap im „Zwei-Frauen-Unternehmen“.

„Es müsste doch vorrangig im Interesse der hiesigen Vereine sein, dass hier mit Fleiß und Engagement ein gutes Gastronomie-Angebot gewährleistet ist“, zeigt sich auch Eigentümer Friedrich Schulte entsetzt angesichts der angerichteten Schäden. Das sieht auch Achim Harnischmacher von der Krombacher Brauerei so, der das Chaos besichtigte. Bei den Betroffenen besteht Einigkeit darüber, dass die Sache an einem mit Bürgervertretern und Vereinsvorständen zu besetzenden runden Tisch erörtert werden muss. Mit Blick auf die Festtage setzt das Hellmanns-Teams alles daran, die Gäste in der bekannten Weise zu verwöhnen. Eine Konsequenz aus dem Vorkommnis hat Ingrid Hellmanns aber bereits gezogen: „Im nächsten Jahr schließe ich mit dem Weihnachtsmarkt um 18 Uhr ab.“ ▪ As

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