Interesse an zweiter Amtszeit

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Beim Treffen auf dem Koppenkopf äußerte der Ortsvorsteher seine Sorgen um die beiden Beherbergungsbetriebe im Hinblick auf das Corona-Virus.

Valbert - Wie steht es um die Grundversorgung in Valbert? Mit welchen Auswirkungen auf das Ebbedorf ist durch das Coronavirus zu rechnen? Fragen, die nicht zuletzt Hans-Gerd Turck beschäftigen, schließlich ist er Ortsvorsteher Valberts.

Er wagte im Gespräch mit der MZ einen Blick in die Zukunft – und bekundet sein Interesse daran, das Amt auch nach der Kommunalwahl wieder ausüben zu wollen. „Dann habe ich ja schließlich noch mehr Zeit, weil ich dann in Rente bin.“

Mit einem Lächeln über beide Wangen spricht der Valberter Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck diese Worte aus. Dass es ihm bei seinem Blick in die Zukunft für „sein Valbert“ nicht so fröhlich zu Mute ist, wird im Gespräch mit der MZ wenig später allerdings klar.

Sorgenvoller Blick am Koppenkopf

Das mag auch am Treffpunkt für die Unterhaltung liegen. Der ist auf dem Koppenkopf, zwischen dem Landhaus Nordhelle und dem Haus am Ebbehang. Bis vor der Coronakrise zwei Beherbergungsbetriebe mit zwar unterschiedlicher Gästeausrichtung, aber durchaus erfolgreich. „Die beiden Häuser haben den Namen Valbert weit über unsere Region bekannt gemacht.

Ich hoffe sehr, dass das Virus hier keinen nachhaltigen Schaden anrichtet.“ Wie die Krise sich auf den Arbeitsalltag auswirkt, merkt Turck, der noch gut ein halbes Jahr bei der Firma Burg Wächter als Abteilungsleiter arbeiten und danach in Rente gehen will, selbst am Arbeitsplatz. Und natürlich erfährt er in den zahlreichen Dienstgesprächen vieles über die Auswirkungen für die Dorfbewohner.

Im Fokus des Ortsvorstehers: Links der Leerstand im ehemaligen Schlechter/„Hund unterwegs“-Laden, der mögliche Vereinsraum neben der Post und die Hültekanne.

Die sind natürlich vergleichbar mit der Restbevölkerung von Meinerzhagen, im Kreis oder im ganzen Land. „Bei uns kennt aber fast jeder jeden. Man ist in vielen Bereichen füreinander da. Beeindruckend hat man das im letzten Jahr bei den Veranstaltungen des Dorfvereins gemerkt.“ Für den Ortsvorsteher gilt es daher, diesen Zusammenhalt zu stärken, zu erhalten. Der angedachte Dorfgemeinschaftsraum steht daher auf seinem Wunschzettel für Valbert weit oben.

Hinzu kommen – auch wenn keine große Einflussnahme dort möglich ist – die Fortsetzung des Gaststättenbetriebs in der Hültekanne und die weitere Nutzung des ehemaligen Rewe-Marktes. Gerade hier sei man auf einem guten Weg – wie berichtet, plant die Christliche Versammlung Worbscheid, das Gebäude als neues Gemeinschaftszentrum zu nutzen. Schon ein Stück trauriger blickt Turck angesichts der leeren Badebuchten auf die Situation rund um die Freizeitmöglichkeiten an der Lister.

„Mit unseren beiden Badebereichen in Windebruch und Hunswinkel bieten wir eine naturverbundene, bodenständige Möglichkeit für Alt und Jung. Vor allem auch eine bezahlbare, weitestgehend kostenlose. Die Stadt hat mit den Arbeiten in den beiden Bereichen eine gute Investition betrieben.“ Eine gute Investition für die Dorfentwicklung ist zum Teil schon abgeschlossen und gleichfalls gerade im Entstehen. Gemeint sind die beiden Mehrfamilienhäuser an der Ebbestraße. Bauherr ist dort die Meinerzhagener Baugesellschaft. Durch diese beiden Gebäude gibt es gerade für Neubürger des Dorfes eine Chance.

Der Blick ins Zentrum, wo die Versorgungslage (noch) gut ist.

Inwieweit hier in anderen Bereichen noch Potenziale liegen, will der Ortsvorsteher mit der Verwaltung in einer eventuellen zweiten Amtszeit, dann ohne beruflichen Druck, erkunden. „Vieles können wir als Stadt gar nicht beeinflussen und für manches bräuchte es mehr Geld“, resümiert Turck. Dabei lässt er nicht unerwähnt, wie froh er über die in diesem Jahr vorgesehene Optimierungen an der Technik der Ebbehalle und der Beckenanlage des Freibades ist. Obwohl er gleichfalls dabei die Sorge hat, dass finanzielle Auswirkungen von Corona negativen Einfluss darauf haben könnten.

Richtig grantig wird Hans-Gerd Turck, wenn es um die Landstraßen 708 und 709 geht. „Hier warten wir mittlerweile seit fast zehn Jahren auf eine Sanierung. Für die Bereiche Hunswinkel bis zur Zufahrt zur Sperrmauer müsste man für Zweiradfahrer eigentlich anstelle des versprochenen Rad- und Gehweges eine Vollsperrung anordnen, um auf der sicheren Seite zu sein.“

Dass die Beseitigung der Missstände nicht in den Händen der Kommune liegt und wohl nur durch ständige Einflussnahme der heimischen Landestagsabgeordneten vorangetrieben werden kann, weiß Hans-Gerd Turck natürlich. Verdient hätten es die Valberter und Bewohner der umliegenden Ortschaften aber seiner Meinung nach auf jeden Fall.

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