Valberter Rasmus Berghaus verliert Kuh durch Schuss

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Ein solches Rind der robusten Rasse „Rotes Höhenvieh“ wurde in der letzten Woche von einem noch unbekannten Zeitgenossen auf einer Wiese im Bereich Am Bauckhahn angeschossen und verendete Tage später an den Folgen der Schussverletzung.

Plettenberg/Valbert - Wer schießt auf eine friedlich grasende Kuh? Diese Frage stellt sich derzeit der Valberter Nebenerwerbslandwirt Rasmus Berghaus.

In der Zeit zwischen Montag, 5. November, und Freitag, 9. November, hat sich ein Unbekannter einer Kuhweide im Bereich Am Bauckhahn in Plettenberg-Kückelheim genähert und auf eines der dort weidenden Rinder geschossen. Das Projektil traf das fast 500 Kilogramm schwere Rind zwischen den Schulterblättern. Das Tier überlebte die Schussverletzung zunächst, sonderte sich dann aber immer mehr vor der siebenköpfigen Rinderherde ab, da es verletzte Tiere in einer Herde nicht leicht haben.

Als Rasmus Berghaus die Tiere verladen und in den heimischen Stall bringen wollte, musste er das nun sehr verängstigte und schreckhafte Rind zunächst einmal länger suchen. Erst nach Verwendung eines Betäubungspfeils ließ sich das Rind schließlich einfangen und verladen – die Schussverletzung mit einem 30 Zentimeter tiefen Einschusskanal bemerkte der Besitzer dabei zunächst nicht, bestellte aber für den nächsten Morgen sofort den Tierarzt. Der entdeckte zwar die Einschussöffnung, konnte das Rind aber nicht mehr retten.

Die danach verständigte Polizei nahm die Ermittlungen auf, doch auf eine genauere Untersuchung des angeschossenen Tieres verzichtete man auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Hagen. Da Tiere – und damit auch ein Rind – rein rechtlich nur eine Sache sind, ließ die Behörde aus Kostengründen keine Untersuchung vornehmen, die Aufschluss über die verwendete Waffe gegeben hätte.

„Ich finde das äußerst ärgerlich, dass man sich die Mühe nicht macht“, findet Landwirt Rasmus Berghaus, der Rind als Zuchtkuh einsetzen wollte. „Es geht hier um Kosten zwischen 50 und 150 Euro, um die Kugel ausfindig zu machen“, erklärte Berghaus, der die Untersuchung nun auf eigene Kosten beim Abdecker in Auftrag gab.

Die Staatsanwaltschaft Hagen konnte auf Anfrage des Süderländer Tageblatts zunächst keine Auskunft zu dem Fall geben. Nach einer ersten Einschätzung des eingeschalteten Kreisveterinärs könnte es sich bei dem Projektil um ein Vollmantelgeschoss gehandelt haben. In jedem Fall schien es kein versehentlicher Treffer gewesen zu sein, denn die Einschussstelle zwischen den Schulterblättern spricht eine andere Sprache.

„Das ist nicht der erste Vorfall. Vor zwei Jahren ist uns schon ein Rind abhanden gekommen. Aber als wir es fanden, war die Todesursache nicht mehr festzustellen“, sagt Berghaus, der den zuständigen, Jagdpächter nach dem neuerlichen Vorfall fragte, ob vielleicht eine Jagd im Zeitraum zwischen Montag und Freitag stattgefunden habe. Doch dem war nicht so. Stattdessen berichtete der Jagdpächter seinerseits von einem angesägten Hochsitz nahe der Kuhwiese.

Die Polizei in Plettenberg sucht nun bei der Ermittlung des Rinder- Schützens nach Zeugen, die eventuell verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge im Bereich der Weide Am Bauckhahn gesehen haben oder eventuell Spaziergänger, die einen Schuss oder Knall wahrgenommen haben. Sachdienliche Hinweise werden unter der Rufnummer (0 23 91) 91 99 0 entgegengenommen. - Georg Dickopf

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