Spedition Wunderer: Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht zu spüren

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In Reih- und Glied stehen sie nur am Wochenende auf dem Betriebshof, ansonsten rollen die Lkw der Spedition Wunderer durch Deutschland und die angrenzenden Länder.

Meinerzhagen - Der Valberter Spediteur Frank Wunderer fährt für seine Kunden durch ganz Deutschland und die benachbarten Länder. Eine direkte Auswirkung auf die Auslastung seiner insgesamt 16 Fahrzeuge spürt er durch die Corona-Krise noch nicht.

Ein Grund dafür: Er ist nur indirekt mit den Logistikleistungen für die Automobilindustrie verknüpft. 

Im kommenden Jahr kann die Spedition Wunderer ihr 75-jähriges Bestehen feiern, 1946 wurde sie im Ebbedorf gegründet. In erster Generation waren es der Vater von Frank Wunderer und ein weiterer Partner, die das Unternehmen leiteten. Seit mehreren Jahrzehnten hat der Sohn das Steuerrad fest in der Hand und auch schon die Nachfolge durch seinen ältesten Sohn geregelt. 

Insgesamt 20 Fahrer sorgen für die tägliche Bewegung der Lkw, wobei das Fahrverbot von Samstagabend 22 Uhr bis zum Sonntag um die gleiche Zeit in der Regel eingehalten wird, „Sonderfahrten“ die Ausnahme sind. „Wir haben den Vorteil, dass wird nicht für die direkten Zulieferer der Automobilindustrie transportieren. Unsere Kunden sind zum großen Teil die Firmen, denen wir sowohl die Rohstoffe für ihre jeweilige Produktion bringen, als auch danach die Fertigprodukte, welche wiederum den Hauptteil der Frachten ausmachen. Und da ist bei uns die Verpackungsindustrie ein Schwerpunkt“, so der Spediteur im Gespräch mit der MZ. Deren Becher für Joghurt, Eis, Fertiggerichte und mehr bringen die Fahrer zu den jeweiligen Kunden. Und da diese für die Grundversorgung der Bevölkerung benötigt werden, ist für die roten Lkw aus Valbert meistens der Weg frei. Allerdings doch mit einem erhöhten organisatorischen und bürokratischen Aufwand im Hinblick auf die notwendigen Bescheinigungen. Damit versehen, erreicht dann die Ware auch den Kunden wie üblich. 

Ein Problem, welches andere Kollegen erlebt haben, ist Wunderer unverständlich. Dabei ging es um nicht angenommene Lieferungen, weil die Betriebe wegen der Coronakrise geschlossen wurden. „Über die allgemeinen Dinge werden wir tagesaktuell durch unseren Verband informiert. Die individuellen Fragen muss und klärt bei uns der jeweilige Disponent“ erläutert Wunderer sein Unverständnis. 

Rund 150 000 Kilometer legt ein Lkw der Spedition bei guter Auslastung jährlich zurück. Für die Fahrer ist er dabei das zweite Zuhause. Damit dieses auch den aktuell gesteigerten hygienischen Anforderungen gerecht wird, hat der Chef seine Mitarbeiter mit den entsprechenden Materialien ausgestattet. Besondere Anordnungen und Anweisungen bedurfte es indes nicht. „Wir kennen uns alle seit vielen Jahren. Wir wissen, worauf es ankommt“, ist sich Frank Wunderer sicher. Ebenso aber auch, dass die Auswirkungen der Krise noch lange anhalten werden. „Die zieht sich noch bis ins nächste Jahr!“, vermutet er.

Kostenfreie Toiletten Schwierig ist die Situation jedoch auch für die Lkw-Fahrer: Neben der problematischen wirtschaftlichen Lage ist ihre Versorgung unterwegs nicht mehr überall gesichert. Doch „wir alle wissen, wie wichtig gerade im Moment die Arbeit der LKW-Fahrerinnen und Fahrer ist“, sagt Dietmar Thomas, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG, die die drei Rastplätze an der A45 bei Lüdenscheid betreut: Sauerland Ost und West sowie Rölvedermühle West. Man habe an den Standorten speziell das Angebot an warmen Mitnahmegerichten ausgeweitet, „um den Lastwagenfahrer eine notwendige Stärkung für die Weiterfahrt anzubieten“, sagt Thomas. Zudem seien bereits seit Mitte März die von Sanifair betriebenen Sanitäranlagen für alle Reisenden rund um die Uhr kostenfrei zugänglich, ebenfalls die Fernfahrerduschen. Eine Ausnahme sei der Standort Rölveder Mühle, wo es einen Kiosk, aber keine Tankstelle gebe: „Hier stehen frei zugängliche sanitäre Anlagen in der Zeit von 8 bis 16 Uhr bereit. Die Dusche ist aufgrund von Vandalismusschäden momentan defekt, die Reparatur aber beauftragt.“

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