Stadthallen-Umfeld: Infos für die Valberter

Viele Valberter Bürgerinnen und Bürger nutzten in der Ebbehalle die Gelegenheit, sich vor dem Ratsbürgerentscheid am 8. Dezember über das anstehende Thema zu informieren. - Foto: vom Hofe

VALBERT/MEINERZHAGEN -Mit rund 200 interessierten Bürgerinnen und Bürgern war am Dienstag auch die zwei Informationsveranstaltung in der Valberter Ebbehalle im Vorfeld des Bürgerentscheids vom 8. Dezember gut besucht.

Von Horst vom Hofe

Unter der Leitung von Bürgermeister Erhard Pierlings gab es über fast drei Stunden lang einen intensiven Informations- und Meinungsaustausch zum strittigen Thema der Umgestaltung des Stadthallenumfelds im Rahmen des Regionale-Projekts „Oben an der Volme“. Den jeweiligen Beifallsbekundungen nach Meinungsäußerungen sowohl Pro als auch Contra des Vorhabens nach zu urteilen waren die Befürworter leicht in der Mehrheit.

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Unter den Teilnehmern war diesmal zumindest einer der drei Initiatoren des gegen das Vorhaben gerichteten ersten Bürgerbegehrens, der ehemalige CDU-Stadtverbands- und Ratsfraktionsvorsitzende Axel Oehm. Er wiederholte in insgesamt zwei Wortbeiträgen seine Bedenken insbesondere mit Blick auf die aus seiner Sicht zu hohen Investitionskosten. Keine Aussage kam von ihm dazu, wie sich die Initiatoren nach dem 8. Dezember mit dem dann vorliegenden Abstimmungsergebnis der Bürgerschaft in Sachen ihrer weiter anhängigen Klage beim Verwaltungsgericht Arnsberg positionieren wollen.

Neben dem Bürgermeister standen seitens der Verwaltung die beiden für die Bereich Planung und Bau zuständigen Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar und Jürgen Tischbiereck den Versammlungsteilnehmern für Fragen zum Thema zur Verfügung. Seitens des Rates der Stadt Meinerzhagen, der mit einem mit großer Mehrheit aus den Reihen von CDU, SPD, FDP und dem Vertreter der Linkspartei gefassten Beschluss deutlich hinter Projekt steht, war CDU-Ratsmitglied Matthias Scholand an der Präsentation beteiligt.

Auch der Chef der Regionale-Agentur in Siegen, der ehemalige WDR-Fernsehjournalist Dirk Glaser, war in die Ebbehalle gekommen und nutzte die Gelegenheit, als „neutraler Beobachter von außerhalb“ einige Grundsatzbemerkungen zum Thema los zu werden: „Es ist Ihre Entscheidung!“ betonte er in Richtung der Bürgerschaft, machte aber klar: „Es geht hier nicht darum, Fördergelder abzugreifen.“ Vielmehr sei in einem abgestuften Bewertungsprozess von einer unabhängigen Jury im Vorfeld jede Projektidee eingehend auf ihre Sinnhaftigkeit hin geprüft worden. Mit dem dann auch für das gemeinsame Meinerzhagener Projekt mit den drei Nachbarkommunen Kierspe, Halver und Schalksmühle „Oben an der Volme“ vergebenen dritten Stern sei die grundsätzliche Förderwürdigkeit und damit auch die Bedeutung der Einzelvorhaben attestiert worden. „Es handelt sich um ein auch vom Land NRW als Fördergeber als vorbildlich anerkanntes Projekt“, das sich einpasse in den gesamten Regionale-Prozess zur Aufwertung der Region Südwestfalen, betonte Glaser. „Es geht darum, mit attraktiven Projekten die Zukunft zu sichern und vor allem auch dafür zu sorgen, dass die Abwanderung jüngerer Menschen gestoppt werden kann“, machte Glaser klar und warb auch vor diesem Hintergrund eindringlich um Zustimmung für die geplanten Maßnahmen rund um die Stadthalle Meinerzhagen.

Für Unverständnis bei weiten Teilen der Versammlungsteilnehmer sorgte die nach wie vor ablehnende Haltung der Meinerzhagener Grünen zur Offenlegung der Volme. „Gerade weil das auch von Seiten der NRW-Landesregierung und hier auch seitens des vom Grünen-Minister Johannes Remmel als besonders förderungswürdiges Projekt angesehen wird, ist uns die höchste Förderung über 90 Prozent der Kosten bereits verbindlich per Bescheid zugesagt worden. Wir können aber leider mit der Umsetzung der Maßnahme noch nicht starten, weil der Bürgerentscheid jetzt für einen zeitlichen Aufschub und rechtliche Unsicherheit sorgt“, verdeutlichte Stadtvertreter Jürgen Tischbiereck.

Ein jüngerer Teilnehmer aus dem Plenum machte aufmerksam auf ein im sozialen Netzwerk „Facebook“ eingerichtetes Forum zum Thema „Stadthallenumfeld“ mit inzwischen rund 700 Teilnehmern: „Das Thema interessiert zunehmend auch die junge Generation.“

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