Spendenaktion bringt 3565 Euro ein

Flutopfer-Brot für Altena wird zum Verkaufsschlager

Axel (links) und Rasmus Berghaus übergaben 3565 Euro an Susanne Berndt. Sie wird damit das Leid einiger Altenaer Flutopfer lindern.
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Axel (links) und Rasmus Berghaus übergaben 3565 Euro an Susanne Berndt. Sie wird damit das Leid einiger Altenaer Flutopfer lindern.

Rasmus und Axel Berghaus haben schon oft geholfen. Die beiden Bäcker aus Valbert engagierten sich mit Spendenaktionen zum Beispiel bei der Oderflut und setzten sich für die Flüchtlinge während des Kosovo-Krieges ein.

Meinerzhagen – Was sie bei ihrer jüngsten Spendensammlung allerdings erlebten, war in dieser Form auch für sie einzigartig. Durch den Verkauf ihres Flutopfer-Brotes kamen 3565 Euro zusammen. „Damit hatten wir niemals gerechnet. Über knapp 1000 Euro hätten wir uns schon gefreut – wir hätten das dann aus unserer Kasse auf eine runde Summe aufgestockt. Aber so ein Ergebnis – fantastisch“, ist Rasmus Berghaus begeistert.

Mehr als 500 Flutopfer-Brote

Mehr als 500 der Roggen-Mischbrote gingen in zwei Wochen bis zum Ende der Aktion in der Dorfbäckerei Berghaus über die Ladentheke. „Viele Kunden zahlten mit 20- oder sogar 50-Euro-Scheinen und verzichteten auf ihr Rückgeld“, erinnert sich Rasmus Berghaus, der den kompletten Erlös jetzt an Susanne Berndt übergab. Die zweiten Vorsitzende der heimischen Awo unterhält als Awo-Koordinatorin für Schulbetreuung auch beruflich viele Kontakte nach Altena, einige Flutopfer hat sie in der Burgstadt bei ihren Hilfsaktionen bereits kennengelernt. Die Volmestädterin weiß inzwischen genau, wo Hilfe dringend nötig ist und was die betroffenen Menschen am nötigsten brauchen. Sie will nun nicht etwa durch Altena fahren und das Geld an Flutopfer verteilen. Stattdessen, so hat sich die sozial engagierte Meinerzhagenerin vorgenommen, wird mit dem Brot-Erlös ganz gezielt geholfen. Zum Beispiel so: „Ich habe einen Gutschein für Schuhe gekauft, den bekommt eine Familie mit Kindern. Deren unteres Wohnhaus-Geschoss wurde geflutet – die Schuhe sind hin. Auch die der Kinder. Und das kurz vor Beginn des Schuljahres, wo beispielsweise dringen Sportschuhe für den Unterricht benötigt werden.“

Wichtige Gespräche

Oft ergibt sich der Bedarf einer betroffenen Familie erst in Gesprächen. „Nach und nach wird dann deutlich, was fehlt“, hat Susanne Berndt festgestellt. Und sie rechnet damit, dass sich die Bitten um Hilfe in den kommenden Wochen noch steigen werden. „Erst wenn die Häuser wieder bewohnbar sind, können sich die Opfer der Flut neu einrichten. Dann wird so einiges fehlen, was durch das Wasser unbrauchbar geworden ist.“

Rasmus Berghaus jedenfalls ist noch immer überwältigt über die Hilfsbereitschaft im Dorf und weit darüber hinaus: „Zu uns sind wegen der Spendenaktion Menschen aus Attendorn, Wenden, sehr viele Kiersper, Halveraner und sogar ein Mann aus Höxter gekommen. Sie hatten über das Internet oder aus ihrer Zeitung von der Spendensammlung erfahren und haben Brot gekauft.“ Ein Valberter habe für seine ganze Firma 22 Brote abgeholt, erzählt Berghaus und fügt hinzu: „Eine Valberterin stand bei uns im Laden und hat zehn Brote bezahlt. Die könne sie aber eigentlich gar nicht gebrauchen, hat sie gesagt. Das sei zu viel Brot für sie allein. Also hat sie 35 Euro bezahlt – und ein Brot mitgenommen.“

Altenaerin zu Besuch in der Bäckerei

Was das Hochwasser in der Burgstadt angerichtet hat, haben die Bäcker aus dem Ebbedorf einmal auch ganz hautnah erfahren. Rasmus Berghaus: „Eine Altenaerin hat sich ins Auto gesetzt, ist nach Valbert gefahren, hat viel erzählt und sich persönlich bei uns bedankt. Sie stand bei uns im Geschäft und hat sehr geweint. Das geht unter die Haut. Die Dame war sehr gerührt, dass auch hier bei uns in Meinerzhagen an sie gedacht wird.“

Anrufe gab es in der Dorfbäckerei Berghaus gleich mehrere, die aus Altena kamen: „Darunter die Anfrage einer älteren Frau, die wissen wollte, ob wir unser Flutbrot auch liefern würden“, erinnert sich der Bäcker.

Susanne Berndt wird nun mit den 3565 Euro aus Valbert in der Burgstadt helfen. Dass das Geld gezielt in Altena, also in der Nachbarschaft, eingesetzt wird, war auch der ausdrückliche Wunsch von Rasmus und Axel Berghaus. Und Susanne Berndt verspricht: „Ich werde ganz genau aufschreiben, was ich dort mit jedem einzelnen Euro gemacht habe. Dann kann jeder, der ein Brot gekauft hat, nachvollziehen, wie genau geholfen wurde.“

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