Die Suche nach einem Nachfolger

Bäcker Detlef Schmidt ist auf der Suche nach einem Nachfolger

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Der Valberter Bäckermeister Detlef Schmidt sucht einen Käufer für seine Bäckerei.

Valbert - Nach 31 Jahren soll Schluss sein. Bisherige Bemühungen, einen Nachfolger für die Bäckerei und das Café Schmidt in Valbert zu finden, erbrachten für Detlef Schmidt momentan noch keine Lösung.

Im „schlimmsten“ Fall kommt demnächst am Standort an der Ihnestraße und in den Filialen in Meinerzhagen nichts mehr in die Tüte.

Meistens so gegen 15 Uhr hat er ausgeschlafen. Aber nicht, weil er ein notorischer Langschläfer ist, kommt es zu einem derart späten Start in den Tag. Der Grund dafür ist einfacher und liegt schon Stunden vorher in der Auslage der Bäckerei und Konditorei in Valbert: Frische Backwaren. Die hat Inhaber Detlef Schmidt zuvor in der Nacht, in der Regel so ab 1 Uhr in der Frühe mit seinen drei angestellten Bäckerkollegen hergestellt. Nach alten Rezepten und mit hoher Qualität bei den Zutaten. „Praktisch gesehen hatte ich hier im Betrieb schon zwei Mal lebenslang“, erzählt Bäcker Schmidt. Neben dem eigentlichen Ladengeschäft ist an der Ihnestraße auch das bei den Valbertern ebenso wie bei Auswärtigen beliebte Café und im Keller die Backstube untergebracht. Gleichfalls beherbergt das Gebäude auch noch drei Wohnungen.

„Ich bin nach Ablegung meiner beruflichen Prüfungen nach Valbert gekommen und habe den Laden am 1. Mai 1989 übernommen", sagt Schmidt. Die Arbeit selbst, die Anerkennung der Produkte durch die treuen Kunden und auch nicht zuletzt das dadurch florierende Geschäft im Ebbedorf und in den Meinerzhagener Filialen bereiten ihm immer noch Freude.

Allerdings merkt der aktuell 56-Jährige immer mehr, welchen Tribut er für mehr als drei Jahrzehnte Nachtarbeit zollen muss. „Ich mach ja auch vieles drumherum. Abläufe planen, Materialbeschaffung, Ware ausliefern. Es wird immer anstrengender“. Nicht zuletzt daraus entstand der Wunsch des Aussteigens. Das Wohn- und Geschäftshaus steht seit einiger Zeit auf der Seite eines Maklers im Internet.

„Mir wäre am liebsten, wenn ein potenzieller Käufer auch den Betrieb übernähme. Mit meinen 26 Mitarbeitern“, so Detlef Schmidts Idealvorstellung. Die Nachfolgesuche gestaltet sich recht schwierig. Fände sich kein Interessent für eine Betriebsübernahme, bliebe auch die Option der Umgestaltung der Immobilie zum reinen Wohngebäude. Wann letztendlich der letzte Keks, das letzte Brötchen oder Brot gebacken wird, ist noch nicht genau datiert. Allzu lange dürfte es aber wohl nicht mehr dauern. Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck war bei der Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung zur geplanten Schließung deutlich überrascht. Neben dem Hinweis auf seine geringen Einwirkungsmöglichkeiten bedauert er die Entwicklung dennoch. „Gerade auch das Café war immer ein beliebter Treffpunkt auch für Wanderer und Radfahrer“, sagte er.

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