Video online

Wilfried Turk wird neuer Schützenkönig in Valbert

VALBERT -   Wie noch nie wurde am Wochenende in Valbert Schützenfest gefeiert. Nicht mehr wie seit 430 Jahren drei, sondern nur zwei Tage, so dass Oberst Dierk Pies am Samstag beim Antreten am Denkmalplatz angesichts des engen Zeitplans zum zügigen Marsch zur Königsresidenz drängte.

Von Luitgard Müller

Allerdings nicht, ohne vorher einen schweren Fall von Amtsanmaßung zu bestrafen. Er verdonnerte den Schützen Andreas Gebser, der beim Feiern im Vorfeld des Festes laut „Ich bin der Oberst“ gerufen hatte, zu zwei Laufrunden um den Platz, die dieser zu Anfeuerungsrufen pflichtschuldig absolvierte.

Mehr Bilder in einer Galerie

Valbert: Feierliche Krönung der neuen Königspaare

Zu den Klängen des Musikvereins „Lyra“ Altenberg und des Tambourcorps „Einigkeit“ Werdohl ging's dann zur Königsresidenz, wo die Schützen bereits von den amtierenden Majestäten Jörg Eilrich-Struth und Birgit Struth zu einem kleinen Umtrunk erwartet wurden. In seiner emotionalen Ansprache dankte der König allen und insbesondere auch den Jungschützen für das „Mega-Jahr“, das er gemeinsam mit seiner Königin, die beim Kreisschützenfest im September vor rund 3000 Schützen seinen Heiratsantrag angenommen und ihm im April das Ja-Wort gegeben hatte, erleben durfte. „Jetzt bin ich wirklich in Valbert angekommen“, freute sich der ehemalige Plettenberger.

Nach einem Umzug durchs Dorf, den das Königspaar auf Wunsch des Königs per pedes zurücklegte, begann an der Vogelrute der Wettkampf um die Königswürde. Zunächst wurden in einem zähen Ringen die neuen Kindermajestäten ermittelt. Fünf Königsaspiranten legten auf den Vogel an, der sich als etwas flügellahm erwies, denn gleich zu Beginn klappte er seine rechte Schwinge ein, die aber nach zahlreichen Versuchen beim Schuss von Pia Berger fiel. Jacques Hiber entfernte mit zwei Schüssen die Krone und dann auch den linken Flügel. Der entscheidende Treffer gelang schließlich in der 38. Runde mit dem 189. Schuss Yago Böhme, der seine Mitbewerberin Jule Dörnen zu seiner Königin wählte.

Mit erheblicher Verspätung wurde ab 17.15 Uhr der Königsvogel ins Visier genommen. Zunächst legten sieben Schützen auf den Vogel an. Alle, bis auf einen, der bald einen Rückzieher machte, im Vorstand des Schützenvereins. Nach sechs Runden KK mit 44 Schuss wurde umgespannt auf Brennecke. Kopf und Flügel fielen in schneller Folge, und nur noch der Rumpf war auf der Stange, als sich die Schützen zu einer kurzen Beratung zusammenfanden, deren Ergebnis der Vereinsvorsitzende Dominik Busch der wartenden Menge vor und in der Halle anschließend verkündete. Da von den sechs Schützen vier bereits einmal König gewesen waren, und die zwei anderen, darunter er selbst, in diesem Jahr nicht König werden wollten, werde das Schießen nun unterbrochen, um weiteren Königsaspiranten die Chance zu geben, sich zu melden. Andernfalls gebe es in diesem Jahr keinen neuen König.

Klaus Haferkorn von den Valberter Jägern fasste sich schließlich ein Herz und erklärte sich bereit, auf den Vogel zu schießen - allerdings nicht allein. Fahnenoffizier Frank Kebeiks zeigte sich bereit, gegen ihn anzutreten, bis sich schließlich auch noch Wilfried „Wille“ Turk als Königsaspirant meldete. Nach einer 18-minütigen Pause konnte das Königsschießen schließlich unter dem Beifall der Zuschauer fortgesetzt werden.

Es folgte ein spannender Zweikampf, bei dem der Vogel bei vielen Treffern Federn lassen musste, dass die Fetzen flogen. Aber er behauptete seinen Platz, bis ihm um 18.26 Uhr Wille Turk mit dem 63. Schuss Brennecke endgültig den Garaus machte. Erster Gratulant war sein Gegner Klaus Haferkorn. Zu seiner Königin wählte er seine Frau Anja. Das Ehepaar hat fünf Kinder und wohnt in Ingemertermühle.

Ebenfalls später als geplant wurden am Abend die neuen Majestäten im Beisein von befreundeten Vereinen in der Ebbehalle gekrönt, die nicht nur wegen des „Kaiserwetters“ den ganzen Tag über nun spärlich besetzt gewesen war. Nur wenige Nichtraucher genossen ihre gute Luft, die meisten Festgäste zogen die Gesellschaft der Raucher vor der Halle vor. Deshalb lag abends auch eine Unterschriftenliste aus, in der sich jeder gegen ein Rauchverbot bei Brauchtumsveranstaltungen aussprechen konnte.

Mit dem Königsball, den Wille und Anja Turk zur Musik der Band „Spotlight“ schwungvoll eröffnete, klang der erste Festtag aus.

Rubriklistenbild: © Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare