Valbert hat mit Klaus Busch neuen Schützenkaiser

Klaus Busch sicherte sich im Jubiläumsjahr die Kaiserwürde beim Schützenverein Valbert.

VALBERT ▪ Nicht gerade das, was man unter „Kaiserwetter“ versteht, bescherte der bislang ausgebliebene Sommer zum Festauftakt am Samstag den Valberter Schützen. Die ließen sich aber in ihrer Festfreude weder von dunklen Wolken noch von kräftigen Schauern beeindrucken.

Schließlich stand gleich zu Beginn des Jubiläums-Festes im 430. Jahr des Vereins mit dem Kaiserschießen ein ganz besonderer und mit Spannung erwarteter Programmpunkt an. Um exakt 16.05 Uhr war es soweit: Klaus Busch (58) holte noch den Rest des Kaiservogels von der Stange und setzte damit die wahrlich dynastische Tradition seiner Familie mit einem weiteren Glanzpunkt fort.

Busch wurde im Jahr 1995 Schützenkönig. Seine Frau und Mitregentin Gertraude ist die Tochter von Ernst August Dörseln. Der hatte 1968/69 gemeinsam mit seiner Frau Helga selbst als König amtiert. Sohn Werner tat es ihm 1979 gleich, regierte gemeinsam mit seiner Frau Brigitte ab 1997 auch fünf Jahre als Jubiläumskaiser. Und wenn man nun nachrechnet, dann erkennt man eine verblüffende Kontinuität: Alle 15 Jahre gab es in der Familie Dörseln/Busch einen Schützenregenten. Und damit nicht genug: Dominik Busch und Pascal Busch, die Söhne des neuen Kaisers und Enkel von Ernst-August Dörseln eifern dem Großvater nach, indem sie sich im Vorstand des Vereins an maßgeblicher Stelle engagieren.

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Neuer Kaiser in Valbert

Beim ersten Antreten der Schützen am Samstag auf dem Denkmalplatz war in einer bewegenden Zeremonie von Oberst Dirk Pies und allen Anwesenden zunächst noch einmal des verstorbenen bisherigen Schützenkaisers Helmut Radenhäuser gedacht worden. Dessen Frau Anne rief am Nachmittag in der Ebbehalle dann alle ehemaligen Regenten dazu auf, um die Nachfolge anzutreten.

Zunächst waren es acht Bewerber, die um 15.45 Uhr im Schießstand auf den Kaiservogel anlegten. Als es dann ernst wurde, verblieb mit Axel Berghaus, Jochen Hertrich, Uwe Beckmeyer und Klaus Busch noch ein Quartett, das nun mit großkalbriger Munition einen gezielten Schuss nach dem anderen abgab. Dass am Ende Klaus Busch der Glückliche war, wurde ihm auch von seinen Konkurrenten von Herzen vergönnt. Zu den ersten Gratulanten in der Ebbehalle gehörte auch die bisherige Kaiserin Anne Radenhäuser.

Mit der feierlichen Krönung des neuen Kaiserpaares, Klaus und Gertraude Busch, und dem anschließenden Kaiserball klang am Abend der erste Tag des Valberter Schützenfestes in der Ebbehalle aus. Das regnerische Wetter hatte die Pläne, die Krönung im Freien am Denkmalplatz zu vollziehen, zunichte gemacht. Befreundete Vereine aus Meinerzhagen, Kierspe, Hunswinkel und Rinkscheid sowie zahlreiche Ehrengäste, darunter auch Landrat Thomas Gemke, waren ebenfalls an diesem Abend zum Feiern nach Valbert gekommen.

Der erste Vorsitzende des Schützenvereins, Dominik Busch, freute sich besonders, dass „Mama und Papa“ in diesem Jubiläumsjahr zum neuen Kaiserpaar gekrönt wurden. Doch zuvor erinnerte er in einer bewegenden Rede mit sichtlicher Rührung noch einmal an den ehemaligen Kaiser Helmut Radenhäuser, der im vergangenen Jahr an den Folgen eines tragischen häuslichen Unfalls verstorben war. Mit einem Blumenstrauß bedankte er sich bei der scheidenden Kaiserin Anne Radenhäuser für deren so sympathische Regentschaft: „Die Zeit mit Euch hätte ein anderes Ende verdient gehabt.“

In seiner Ansprache ging Busch auch auf die einschneidende Zäsur ein, die das Valberter Schützenfest im 430. Jahr nach langen Überlegungen erfuhr. Steigender Kostendruck, weitere Auflagen und eine veränderte Freizeitgestaltung hätten eine Veränderung der Rahmenbedingungen notwendig gemacht, um auch in den folgenden Jahren weiterhin erfolgreich die Traditionen pflegen zu können. „Erwartet keine Wunder oder Monsteraktivitäten von den immerhin ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern des Vorstandes,“ sagte der erste Vorsitzende weiter, und appellierte an die Vereinsmitglieder selbst Veranwortung zu übernehmen, sich einzubringen, mitzumachen und mitzugestalten. Unter dem Motto „Valberterh Schützen für unser Dorf“ werde der Schützenverein schon im September alle Vereine und Institutionen zu einem runden Tisch einladen, um sich untereinander abzusprechen und zu unterstützen zum Wohle der Dorfgemeinschaft. Gemeinschaft, Zusammenhalt und Teamgeist führten zu einen messbaren Erfolg und seien Voraussetzung dafür, dass auch in zehn Jahren noch ein Schützenfest gefeiert werden könne, sagte Busch.h

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