„Valbert lot gohn“ lockt Hunderte

Schon beim Einmarsch „kochte“ die Stimmung in der voll besetzten Ebbehalle. ▪

VALBERT ▪ „Wir sind in der Karnevalshochburg „Valbert lot gohn“ und müssen leiser sein als 50 Phon!“ Viele hundert Narren feierten ausgelassen in der Ebbehalle

Elferratsmitglied Wilfried Turk konnte es nicht fassen.

Und er musste seinem Herzen gleich nach der Begrüßung des feierfreudigen Karnevalsvolkes erst einmal Luft machen, sehr zum Amüsement der fantasievoll gekleideten Jecken.

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Zahlreiche Jecken feiern in Valbert

52 Jahre habe man in Valbert „in Ruhe“ feiern können, nun gebe es in der Nachbarschaft der Ebbehalle jemanden, der dafür kein Verständnis habe. „Deswegen müssen wir nachher leise rausgehen und die Autos am besten anschieben“, frotzelte Turk und gab seiner einzigen Hoffnung Ausdruck: „Auch bei diesem Ruheverfechter wird’s im Alter mit dem Hören schlechter.“

Unbeeindruckt von den neuesten Entwicklungen schritt der erste Vorsitzende der Valberter Schützen und Mitglied des Elferrates, Dominik Busch, am Samstag zur Proklamation des Prinzen Dennis I (Beckmeyer), dem seine Prinzessin Katrin (Gräwe) zur Seite stand. Bauer Alex und Jungfrau Marianne wurden vorgestellt, und als erste Amtshandlung bescherte der neue Karnevalsprinz Dominik Busch einige schweißtreibende Minuten: Der ehemalige Husarentrainer musste während der kurzen Ansprache des Prinzen das Tanzbein möglichst hoch schwingen und wurde erst danach mit einem ordentlichen Schluck Gerstensaft für seinen Einsatz belohnt.

Mit einer weiteren Belohnung, einem Orden des Rheinisch Bergisch Märkischen Karnevalsverbandes, wurde er von der Präsidentin des Verbandes, Ingrid Kliewer, bedacht. Sie war gekommen, um das Valberter Urgestein Werner „Dusselich“ Dörseln für seinen jahrelangen Einsatz für das närrische Treiben im Ebbedorf mit einem Verdienstorden auszuzeichnen.

Die Valberter Karnevalisten ehrten ihrerseits „zwei, die zusammenstehen wie Pech und Schwefel“. Erika und Dieter Benninghaus, die seit vielen Jahren sowohl das Schützenfest als auch die Sitzungen des Valberter Vereins fotografisch begleiten und dokumentieren erhielten den Ehrenorden.

Aus Meinerzhagen, Ihne, Neu-Listernohl, Renkhausen, Helden und Attendorn waren die Narren angereist, die das rund vierstündige Programm in der voll besetzen Halle nicht versäumen wollten. Begleitet wurden sie von zahlreichen Tanzgarden, die mit ihren Darbietungen begeisterten. Neben den Valberter Eigengewächsen, den Ebbeflöhen, den Konfettis und den Husaren, die den bunten Tanzreigen eröffneten und frenetisch gefeiert wurden, heizten auch die Gäste dem Publikum mächtig ein: Schnell und präzise die Regimentstöchter aus Attendorn und die Golden Girls aus Ihnetal. Besonders zahlreich, mit vielen Hebefiguren, die KG Turm-Garde aus Eitdorf. Atemberaubend die Prinzengarde aus Neu-Listernohl, lautstark unterstützt vom Prinzenballett. Außergewöhnlich die Funkengarde aus Helden, die Stress und Hektik in ihrem Tanz thematisierte und besonderen Applaus verdient hatte. Last but not least die Valberter Funkemariechen, die die Tanzeinlagen mit ihrem Auftritt abrundeten.

Kein Auge blieb trocken, als Michael mit seinem haarigen Freund Freddy die Bühne betrat. Der Bauchredner lieh nicht nur einer frechen Handpuppe seine Stimme, sondern auch einer Zuschauerin und Dominik Busch, die er außerdem auf Händedruck agieren ließ wie Marionetten. Die beiden Sachsen „Remmi & Demmi“ schließlich machten ihrem Namen mit ihrem Musik-Comedy-Spektakel alle Ehre.

So vorbereitet war das Narrenvolk in bester Stimmung, um zu den Klängen der Band „Up 2 Date“, die bereits das Programm musikalisch begleitete, weiterzufeiern. ▪ luka

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