Valbert lot gohn begeistert in der Ebbehalle

VALBERT ▪ Es war ein buntes Völkchen, das der Valberter Elferrat am Samstag in der Ebbehalle begrüßen konnte, die sich rot-weiß geschmückt zur Prunksitzung der Ebbedorf-Jecken erneut als närrische Hochburg des Märkischen Kreises präsentierte.

Passend zur ländlichen Umgebung pilgerte allerlei „Viehzeug“ zum Höhepunkt der Karnevalssession: Kühe, Katzen, munter summende Insekten, auch Geflügel war dabei, und sogar eine ganze Schafherde wurde von ihrem Hirten zu den begehrten Plätzen geleitet.

„Valbert lot gohn“ hieß die Devise. Das wollten sich auch Vertreter fremder Kulturen, etwa Bayern, japanische Geishas, arabische Scheichs oder sinistre Gestalten in gestreifter Anstaltskleidung, schwer bewaffnete Seeräuber, Blumenkinder, Cowboys, Indianer, aber auch Gärtner und ganze Bauarbeitertrupps nicht entgehen lassen. Neuerrichtete Barrieren an der Ebbehalle konnten sie nicht aufhalten, zu denen Elferratsmitglied Dirk Pies, der gemeinsam mit dem Schützenvereins-Vorsitzenden Dominik Busch durch das Programm führte, verwundert bemerkte: „Die Mauer haben wir abgebaut, dafür haben wir hier neue Schranken aufgebaut. Wenigstens sind sie rot-weiß. Zum Schützenfest müssten sie dann allerdings grün-weiß gestrichen werden.“

Nachdem der Valberter Schützenprinz im vergangenen Jahr sehr schnell wieder abdankte, wartete das Narrenvolk gespannt darauf, wer in diesem Jahr der Karnevalsprinz sein würde. „Unser Prinz ist mehr als ein Ersatz,“ kündigte Pies den ersten „Überraschungsprinzen“ in der Geschichte des Valberter Karnevals an. Es war kein geringerer als der amtierende Schützenkönig Axel Oehm, der mit viel Beifall begrüßt wurde und einen mitleidigen Blick auf das närrische Treiben in Meinerzhagen warf („Die Karnevalschose ging in die Hose:“) und kategorisch feststellte: „Karneval wird am Ebbehang gefeiert“. Nach einem nostalgischen Streifzug durch die längst vergangene Vielfalt der Valberter Kneipenwelt wünschte sich der „Prinz-König“, dass in der mitten im Dorf gelegenen „Hültekanne“ nicht auch noch das Licht ausgeht.

Das Motto auf den Sessionsorden, die alle Mitwirkenden erhielten, lautete: „Der Prinz lief weg. Das war nicht schön. Jetzt macht‘s halt der König, Axel Oehm“. Dieser Orden ging auch an den Meinerzhagener Bürgermeister, Erhard Pierlings, der als Koch mit (leerer) Schöpfkelle und zahlreichen Vertretern der Verwaltung am Discountertisch („bekannte Namen, unbekannte Verpackung, alles für lau“) Platz genommen hatte. Angesichts von 1,8 Millionen, die im Stadtsäckel fehlen, musste er sich manchen Seitenhieb und den Rat: „Pass gut auf unser Geld auf!“ gefallen lassen.

Weitere Gäste waren „Manni, der Rocker“, der den Jecken seine ganz spezielle Weltsicht zwischen Aquavit und Aquaplaning präsentierte und „Der liebe Jung“, Andreas Dams, der von Kegeltouren und anderen Widrigkeiten sang.

Doch im Mittelpunkt des Programm standen Musik und Tanz. Die Bühne gehörte den Garden: Den Gästen, „Biggesterne“, „Rote Funken Attendorn“, dem Kölner Tanzkorps „Echte Fründe“, den „Rote Funken Lichtringhausen“ und dem „Prinzenballett Neu-Listernohl. Den Valberter Eigengewächsen „Konfettis“, „Funkemariechen“ und „Husaren“. Sie alle sorgten mit ihren zum Teil akrobatischen Darbietungen für Stimmung und wurden frenetisch gefeiert.

Dabei wurde klar, dass sich die Valberter Jecken keine Sorgen um den Nachwuchs machen müssen, auch wenn sich am Samstag einige langjährige Mitwirkende verabschiedeten. Etwa Werner Dörseln, seit 17 Jahren aktiv dabei und viermal mit dem Ehrenorden ausgezeichnet. Ausgelassen tanzend verabschiedete er sich während der musikalischen Showeinlage des Elferrates von seiner letzten Sessionsitzung.

Und tanzend und feiernd ging es nach dem Programm für die Gäste weiter. Zum ersten Mal mit der Band „Up 2 date“, die es richtig krachen ließ. ▪ luka

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare