Corona ändert fast alles

Ein neuer Alltag im Kindergarten

Eine Überraschung in der Tüte gab es im Valberter Kindergarten für Kinder und Eltern.
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Eine Überraschung in der Tüte gab es im Valberter Kindergarten für Kinder und Eltern. Beim „Väterfrühstück@home“ konnte auch gleichzeitig ein Geschenk für alle Mütter gebastelt werden. Normalerweise hätte die Aktion im Kindergarten stattgefunden. In der Corona-Zeit versuchen Kita-Leiterin Simona Busch-Brock (Mitte) und ihr Team, auf etwas andere Weise für ein Stück Kindergarten-Normalität zu sorgen.

„Wir können nicht alle zusammen auf dem Spielplatz spielen wegen Corona. „Wegen Corona kann ich meinen Geburtstag nicht feiern.“ „Wegen Corona kann ich nicht mit meinen Freunden spielen.“

Valbert – Wegen Corona geht so vieles nicht. Das erleben Simona Busch-Brock und ihre Kolleginnen jeden Tag im Kindergarten, und sie hören es jeden Tag von den Kindern, denn auch die Kleinen wissen mittlerweile genau, was Corona alles unmöglich macht. Immer öfter fangen die Sätze aber auch so an: „Wenn Corona mal vorbei ist...“ – Sehnsucht nach Normalität haben alle. Große und Kleine.

Kinder kennen das Virus

„Die Kinder wissen genau, was das Virus so alles anrichtet“, berichtet die Leiterin des Evangelischen Kindergartens Valbert, „es beschäftigt sie.“ Genau aus diesem Grund versucht das Kita-Team, den Alltag im Kindergarten „so normal wie möglich“ zu gestalten – wohlwissend, dass zwischen Notbetreuung, Selbsttests und Hygieneregeln so vieles eben nicht normal ist. Dass es ein neuer Alltag im Kindergarten ist.

Normal wäre es beispielsweise gewesen, dass sich die Kinder mit ihren Vätern zum Frühstück im Kindergarten getroffen hätten. „Und normalerweise hätten sie dabei gemeinsam das Muttertagsgeschenk gebastelt.“ Auch in diesem Frühjahr sind Aktionen wie diese erneut tabu. Genau wie im vergangenen Jahr auch schon. Stattdessen gibt es diesmal ein „Väterfrühstück@home“. Jede Familie, die sich angemeldet hatte, erhielt eine bunt dekorierte Tüte. Ihr Inhalt: ein Brötchengutschein der Dorfbäckerei Berghaus, selbst gemachte Marmelade, Eier, Tee und eine süße Überraschung für die Kinder, löslicher Kaffee für die Papas. Und Materialien und eine Anleitung, sodass nach der Stärkung gemeinsam gebastelt werden kann – statt im Kindergarten zuhause am Küchentisch. „Wir haben aber gebeten, dass uns Fotos zugeschickt werden“, sagt Simona Busch-Brock, die hofft, dass mit Aktionen wie diesen für etwas Abwechslung und natürlich auch eine kleine Überraschung am Muttertag gesorgt werden kann.

Schnelltests und Notbetreuung

Wie in allen Kitas geht es auch im Valberter Kindergarten vor allem darum, sich immer wieder auf neue Situationen und Vorgaben einzustellen. Nach dem eingeschränkten Regelbetrieb heißt das augenblicklich: Die mittlerweile vorrätigen Selbsttests für den freiwilligen Gebrauch zuhause verteilen und Notbetreuung. Nur wer keine andere Betreuungsmöglichkeit hat, soll seinen Nachwuchs in die Kita bringen. Familien müssen ihren Bedarf schriftlich anmelden. Jede Woche aufs Neue. Erneut viel „Papierkram“ – und im Büro der Kita-Leiterin mal wieder ein neuer Corona-Ordner, der sich Woche für Woche füllt.

61 Mädchen und Jungen besuchen die Einrichtung normalerweise. Während der Notbetreuung seien es etwa 15 bis 20 Kinder, die noch kommen. Sie sollen – so gut es geht – den üblichen Kindergarten-Alltag erleben. Momentan gehört beispielsweise dazu, gemeinsam zu beobachten, wie sich eine Kaulquappe in einen Frosch verwandelt. „Die Kinder, die nicht da sind, bekommen Fotos. Ihnen berichten wir, was wir machen, schicken Bilder und Bastelanleitungen“, erzählt Simona Busch-Brock.

Wichtig: Kontakt halten

Mit den Kindern, die nicht in der Einrichtung sind, in Kontakt bleiben, das sei wichtig. Auch, weil in vielen Familien Unsicherheit herrscht. Auf der einen Seite sollen die Kinder möglichst nicht in die Kita kommen, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, auf der andern Seite gebe es aber auch Sorgen, weil Kinder, die im Sommer die Schule besuchen, im Kindergarten auf den bevorstehenden Schulbesuch vorbereitet werden, weil hier vieles gelernt wird. Weil der Kontakt zu anderen Kindern wichtig ist.

Grundsätzlich sind sowohl Vorschulkinder als auch Integrationskinder von der Notbetreuungsregelung ausgenommen.

Dass sich nicht nur Eltern Gedanken machen, sondern auch die Kinder, habe sich erst kürzlich bei einer Unterhaltung mit einem zukünftigen Erstklässler gezeigt: „Von den älteren Geschwistern bekommen die Kinder natürlich mit, wie die Schule zuhause ist und dass die Kinder in der Schule alle Masken tragen müssen. Der Junge sagte, dass er sich deswegen überhaupt nicht auf die Schule freut“, berichtet die Leiterin des Valberter Kindergartens, die sich vor allem für ihre kleinen Schützlinge eine Rückkehr zur Normalität wünscht. Nicht nur im Kindergarten.

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